Bei der Gemeinderatswahl vom 4. Mai 1919 erreicht die Sozialdemokratische Arbeiterpartei die absolute Mehrheit. Kurz darauf folgt die große Ernüchterung: "Die christlichsoziale Hinterlassenschaft ist entsetzlich: die Kassen der Gemeinde sind leer", schreibt die Arbeiter-Zeitung.
Zur Umsetzung ihres ambitionierten Wohnbauprogramms beschließt die sozialdemokratische Mehrheit im Gemeinderat am 1. Februar 1923 eine zweckgebundene Wohnbausteuer und am 21. September 1923 ein erstes kommunales Wohnbauprogramm, das die Errichtung von 25.000 Wohnungen innerhalb von fünf Jahren vorsieht.
1927 folgt ein zweites Wohnbauprogramm für weitere 30.000 Wohnungen. In der Tat wohnt 1931 bereits ein Zehntel der Bevölkerung Wiens in einem Gemeindebau.
Der Waschsalon nimmt diese Jubiläen zum Anlass, einen Blick in diese neuen "Volkswohnungen" zu werfen und geht auf Wohnungsinspektion.
Er beschäftigt sich mit den Wohnungsgrundrissen, der Größe, Aufteilung und Ausstattung der Wohnungen sowie ihrer Einrichtung. Wer sind die neuen Mieterinnen und Mieter, und welche Rechte und Pflichten haben sie als "Sachverwalter öffentlichen Gutes"?
Um die Kosten zu senken, sind sämtliche Baubestandteile in den Neubauten der Gemeinde – "Fenster, Türen, Beschläge, Abortschalen, Wandbrunnen, Gasherde, Gartenbänke usw." – normiert. Mit ein Grund, warum man einen Wiener Gemeindebau der Ersten Republik auf den ersten Blick erkennt.
Die KuratorInnen-Führung zur Sonderausstellung findet am 23. März 2023, um 18 Uhr, im Waschsalon Nr. 2 im Karl-Marx-Hof statt. Weitere Informationen dazu gibt es hier: https://dasrotewien-waschsalon.at/startseite
KuratorInnen:
Lilli Bauer und Werner T. Bauer
ADRESSE:
Das Rote Wien im Waschsalon Karl-Marx-Hof
Waschsalon Nr. 2
Karl-Marx-Hof, Halteraugasse 7
1190 Wien
Dauer der Sonderausstellung: bis 17.12.2023
Das Gewinnspiel ist aktiv bis Donnerstag, 16. März 2023, 09:00 Uhr. Die Gewinner*innen werden per E-Mail verständigt. Barauszahlung und Rechtsweg sind ausgeschlossen.