Kaum Corona-Fälle bei jungen Kindern

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Eine Auswertung der Corona-Infektionen im September und Oktober hat gezeigt: Je jünger ein Kind, desto seltener infiziert es sich mit Corona.

Umso kleiner die Kinder, umso weniger Infektionen. Das geht aus der Auswertung der Corona-Infektionen aus den Monaten September und Oktober hervor. Generell zeigt sich, dass die Altersgruppe null bis 19 Jahren einen konstant sinkenden Anteil ausmacht. Die Stadt Wien zieht daraus den Schluss, dass die Schulen kein Ort der Verbreitung der Pandemie sind.

Bildungsstadtrat Jürgen Czernhorszky und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker sind auf einer klaren Linie mit Bildungsminister Heinz Faßmann und vielen Experten. Mögliche Schulschließungen finden also auch in der Bundeshauptstadt keine Unterstützung. Besonders für Kinder aus benachteiligten Familien wäre das fatal.

Anteil der infizierten Kinder sinkt

"Auch wenn wir in den Kindergärten und Schulen eine Handvoll mit Corona infizierten Kinder gefunden haben, dann müssen wir das in Bezug auf die steigenden Zahlen in der Gesamtbevölkerung sehen. Wir können daher mit großer Sicherheit unsere Schulen und Kindergärten weiter offenhalten", sagt Gesundheitsstadtrat Hacker.

174 war der Mittelwert der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen in Wien. Mit Ende Oktober erreichte dieser Wert ganze 756. In der Altersgruppe null bis 19 stieg der Wert allerdings nur von 37 auf 105. Auch prozentual nahm der Anteil dieser Altersgruppe von 21 Prozent auf 14 Prozent ab.

Umso jünger, umso geringer das Risiko

Bei genauerer Betrachtung fallen auch große Unterschiede in den minderjährigen Altersgruppen auf. Die 7-Tage-Inzidenz bei der Gruppe null bis fünf Jahre stieg von drei auf neun, bei den Sechs- bis Zehnjährigen von sieben auf 14, bei den Elf- bis 15-Jährigen von neun auf 28 und bei den 16- bis 19-Jährigen schließlich von 17 auf 54. Nur 18 Prozent der Infizierten unter 19 gehen also auf die Gruppe der Null- bis Zehnjährigen zurück.

Bildungsstadtrat Jürgen Czernhorszky fordert deswegen: "Schulen und Kindergärten müssen offen bleiben! Die Erfahrungen aus der Situation im Frühjahr haben gezeigt, dass es eine riesige Belastung für Eltern ist, wenn man ihnen die Aufgaben von Schulen aufbürdet. Und für Kinder und Jugendliche entstehen irreparable Schäden – sie verlieren wichtige Sozialkontakte und die Lern-Rückstände sind danach kaum mehr aufzuholen!"

Infektiologe und Primararzt in der Klinik Favoriten, Christoph Wenisch, ergänzt: "Die Annahme, dass Kinder weniger Rezeptoren haben und dass daher auch weniger Viren andocken können, hat sich mit diesen Auswertungen eindeutig bestätigt. Aus diesem Grund sind Kinder auch wesentlich weniger ansteckend als Erwachsene. Kinder stecken also nicht Kinder an und auch keine Erwachsenen; Erwachsene hingegen Kinder schon."

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