Die kurze Verschnaufpause beim Wetter dürfte nach Einschätzung mehrerer Meteorologen nicht lange anhalten. Stattdessen könnte Mitteleuropa ein weiterer Hitzesommer mit anhaltender Trockenheit bevorstehen. Besonders für den August fallen die Prognosen alarmierend aus.
Meteorologe Jörg Kachelmann blickt mit Sorge auf die aktuellen Monatsmodelle des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF). Auf der Plattform X schreibt er: "Es wird ein Scheißsommer für weite Teile Mitteleuropas." Seine Prognose versieht er mit den Hashtags "Hitze" und "Dürre". Für den August sähen die Vorhersagen "ziemlich katastrophal" aus.
Auch Meteorologe Karsten Brandt zeichnet gegenüber BILD ein düsteres Bild: "Die Situation ist eine Katastrophe, wir haben eine historische Trockenlage. Fische sterben, Vögel finden kaum noch Wasser, die Feuerwehr kämpft gegen Waldbrände und die Schifffahrt mit Einschränkungen. Teile des Südens und Westens trocknen aus. So gesehen haben wir 2026 einen echten Scheißsommer. Man könnte ihn auch tödlich nennen."
Die aktuell etwas niedrigeren Temperaturen bewertet Brandt dagegen positiv. "Das ist immer eine Frage der Perspektive. Dem einen ist es zu kalt und zu nass, anderen zu warm und zu trocken."
Größere Sorgen bereitet dem Meteorologen der Blick auf die kommenden Wochen. In vielen Regionen könnte kaum Niederschlag fallen, während gleichzeitig täglich zehn oder mehr Liter Wasser pro Quadratmeter verdunsten. "Dann reden wir noch mal völlig anders über die Lage", sagt Brandt gegenüber der BILD.
Auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung hält eine neue Hitzewelle gegenüber der deutschen Boulevardzeitung für wahrscheinlich. Temperaturen wie die zuletzt gemessenen 41,8 Grad in Möckern-Drewitz könnten zwischen Ende Juli und Mitte August erneut erreicht werden.
"Etabliert sich in dieser Zeit eine blockierende Hochdrucklage und trocknen die Böden weiter aus, ist ein neuer Rekord nicht auszuschließen", erklärt Jung. Ein solches Szenario sei allerdings eher unwahrscheinlich.
Ähnlich sieht es Johannes Habermehl von Meteored Deutschland. "Die kleine Abkühlung nach der Juni-Hitze ist nur eine kurze Verschnaufpause. Bis Mitte des Monats klettern die Temperaturen vielerorts wieder auf 27 bis 33 Grad - im Süden und Westen bleibt es nachts teils bei über 20 Grad. Für die zweite Julihälfte sieht es danach aus, als könnte sich die Hitze festsetzen und von Tag zu Tag noch zulegen", sagt der Experte zu BILD.
Der Montag startet mit viel Sonnenschein, tagsüber ziehen Wolkenfelder durch und zudem bilden sich Quellwolken. Richtung March sind einzelne Schauer nicht ganz auszuschließen, meist dominiert aber der freundliche Eindruck. Der Wind weht schwach bis mäßig aus vorwiegend nördlichen Richtungen. Mit 28 bis 33 Grad wird es noch eine Spur heißer.
Am Dienstag scheint zunächst noch häufig die Sonne, im Tagesverlauf werden die Wolken aber mehr und die Gewitterneigung steigt zunächst über dem Bergland an. Am Nachmittag sind einzelne Schauer und Gewitter dann auch im Flach- und Hügelland nicht mehr ganz auszuschließen. Abseits der Gewitter spielt der Wind keine Rolle. Die Höchstwerte liegen zwischen 27 und 33 Grad.
Der Mittwoch gestaltet sich leicht unbeständig, bei einem Sonne-Wolken-Mix sind einzelne Schauer oder Gewitter von der Früh weg nicht auszuschließen. Mit den Gewittern frischt der Wind vorübergehend kräftig auf, meist weht er aber nur schwach. In der schwülen Luft werden 26 bis 32 Grad erreicht.