Kaum Unterstützer, aber Strache als "Nazi" beschimpft

Heinz-Christian Strache rittert um den Einzug in den Wiener Gemeinderat.
Heinz-Christian Strache rittert um den Einzug in den Wiener Gemeinderat.Herbert P. Oczeret / picturedesk.com
Nicht einmal 200 Fans folgten dem Aufruf, Straches Worten in der Lugner City zu lauschen. Dennoch gab es Proteste.

"Gemma Lugner" dachten sich nicht gerade viele Fans von Heinz-Christian Strache. Denn als der ins Bodenlose gefallene Ex-FPÖ-Chef am Mittwoch in der Wiener Lugner City Unterstützungserklärungen für die Wien-Wahl sammeln wollte, tauchten in anderthalb Stunden nicht mehr als 200 Anhänger auf. Und das, obwohl Strache und sein Team versprochen hatten, Unterstützungserklärungen (Notar anwesend) gegen Würstel zu tauschen. Tatsächlich gab es dann Leberkäs-Semmeln und Dosenbier. Wie ein Leserreporter-Video zeigt, mischten sich in den "HC"-Sprech-Chor der wenigen Anwesenden auch einige "Nazi"-Rufer.

Lugner kam, sah und unterschrieb

Nach dem Strache-Standardprogramm gab es noch Selfies – ohne Babyelefanten. Dafür ließ sich, zur Überraschung Vieler, der Hausherr selbst blicken. Wie berichtet, ließ es sich Richard Lugner nicht nehmen, ebenfalls öffentlichkeitswirksam seine Unterschrift auf eine der Unterstützungserklärungen zu setzen. "Es ist für die Demokratie wichtig, dass Strache antritt", sagte der Baumeister. Und fügte hinzu, dass egal sei, wie die Wahl am 11. Oktober ausgehe, "der Wähler hat immer Recht". Welche Partei er im Oktober wählt, verriet "Mörtel" nicht.

Trotz des spärlichen Andrangs, gab sich das "Team Strache" nach der Veranstaltung zufrieden. Man habe bereits zwei Drittel der Unterstützungserklärungen beisammen, um in ganz Wien zur Wahl anzureten.

Nicht illegal

Der "Unterstützerkauf" via Leberkäs und Bier ist übrigens nicht illegal, wie der "Kurier" berichtet. Denn § 265 nach dem Strafgesetzbuch sei zwar die Bestechung bei einer Wahl oder Volksabstimmung als strafbares Delikt festgehalten, Unterstützungserklärungen werden aber nicht erfasst. Aus dem Innenministerium heißt es dazu: "Wir sehen die Vorgehensweise aufgrund der geltenden gesetzlichen Gegebenheiten nicht als gesetzeswidrig." Die endgültige Beurteilung liege aber bei der Strafverfolgung.

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