Rapid-Ikone im "Heute"-Talk

Kavlak: "Es braucht wieder mehr Straßenfußballer"

Veli Kavlak kennt den österreichischen und den türkischen Fußball. Im "Heute"-Interview vergleicht der 37-Jährige – und zeigt ÖFB-Versäumnisse auf.
Erich Elsigan
05.08.2026, 06:00
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Veli Kavlak kickte für Rapid und Besiktas Istanbul, war bis Juli türkischer U18-Teamchef. Im "Heute"-Interview spricht der 37-jährige Wiener über…

… das Champions-League-Quali-Duell Sturm gegen Fenerbahce: "Am Papier und für die türkischen Medien ist Fener haushoher Favorit, aber ich gebe auch den Grazern Chancen. Sie haben sich gut entwickelt, sind konstant. Heute ist es gegen niemanden mehr leicht, man hat das bei der WM gesehen. Außerdem ist Fenerbahce noch nicht so gut eingespielt – einige Stars fehlen noch. Es sind zwei Partien, da ist immer was möglich."

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… die türkische Liga im Vergleich zur österreichischen: "Qualitativ ist sie sicher überlegen. Das sieht man allein an den Topspielern, die dort sind. Die Infrastruktur ist gut, fast jede Mannschaft hat ein geiles Stadion, die Vereine investieren viel. Ich war jetzt im Nachwuchs der Nationalmannschaft, habe das selbst kennengelernt."

… Ideen, wie Österreich (20.) in der UEFA-Fünfjahreswertung wieder näher an die Türkei (9.) herankommen könnte: "Es gibt im ÖFB die Debatte, dass es wieder mehr Straßenfußballer, also technisch versierte Spieler, geben muss. Dem stimme ich zu, darauf sollte man bei der Ausbildung achten. Man muss mit dem Ball etwas kreieren können. Aber: Man muss bei der Infrastruktur ansetzen. Ich habe mir am Wochenende WSG Tirol gegen Sturm angesehen – wie willst du auf so einem Acker spielen? Ich habe mit Trainer-Kollegen gesprochen. Sie sagen: Spätestens ab November sind viele Plätze in Österreich eine Katastrophe. Da kannst du nur über den Zweikampf kommen, technische Fähigkeiten kommen nicht zum Vorschein. Aber das reicht in Europa nicht. International wirst du dann ausgespielt."

… über Rapids Yusuf Demir, der sich bei Galatasaray nicht durchgesetzt hat: "Der Konkurrenzkampf im Mittelfeld war riesig – und er hatte oft kleinere Blessuren, wurde zurückgeworfen. In der Türkei hast du nicht viel Zeit, der Druck ist gewaltig, die Fankultur ist anders, es ist alles ein bisschen schwieriger. Er braucht jetzt bei Rapid mal ein Jahr ohne Verletzung, dann wird man seine großen Qualitäten wieder sehen. Denn seine fußballerischen Fähigkeiten stellt niemand infrage."

… über Ercan Kara: Kann er der Stürmer sein, der Rapid mit 20 Toren zum Titel schießt? "Dass er ein Knipser ist, wenn der Ball im Strafraum ist, hat er schon oft bewiesen. Wenn er die Konstanz beibehält und mit Flanken gefüttert wird, wird er seine Qualitäten ausspielen. Er weiß, wo das Tor steht."

… über sein Ende als türkischer U18-Teamchef und die Zukunft: "Es sind ein paar Sachen passiert, aber da will ich nicht ins Detail gehen. Die Trennung war für beide Seiten das Beste. Ich mache mir jetzt Gedanken, wo es weitergeht, aber ich bleibe auf jeden Fall im Trainergeschäft."

{title && {title} } ee, {title && {title} } Akt. 05.08.2026, 15:13, 05.08.2026, 06:00
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