Keiler-Mozarts sorgen immer noch für Ärger

Sie sind überall dort, wo viele Touristen verkehren. Männer in Mozart-Kostümen, die Tickets für klassische Musik anbieten. Teilweise mit fragwürdigen Methoden.

Die Aufregung um die Karten-Verkäufer in Mozart-Gehrockdauert nach wie vor an. Peter Hosek von der Wirtschaftskammer spricht vom Wildwuchs, der dringend einzudämmen ist: "An sich ist der Kartenverkauf auf der Straße keine schlechte Idee, manche nutzen es aber gnadenlos aus und den Verkauf einfach verbieten geht auch nicht."

Qualitätsstandards setzen

"Es sind 11 oder 12 Konzertveranstalter, die diese Männer engagieren. Natürlich sind nicht alle schlimm, jedoch wenden einige dubiose Geschäftspraktiken an und können ebenfalls sehr aufdringlich werden. Wie die Mozart-Ticketverkäufer arbeiten, kann nicht ständig kontrolliert werden und sie haben keine Qualitätsstandards, die eingehalten werden müssen. Wenn ein Mozart-Verkäufer einer Frau nachpfeift, dann hat dieses Verhalten zumeist keine Konsequenzen für ihn."

Mit seinem Regulierungsvorschlag möchte Peter Hosek ähnlich wie bei Straßenmusikern verhindern, dass auf einem kleineren Raum ein Überangebot vorherrscht, wie es momentan der Fall ist und ermöglichen, dass die "richtigen Rahmenbedingungen für das Auftreten gegenüber den Menschen" gesetzt werden, so Hosek.

Diese Meinung teilt auch Walter Straßer, Unternehmenssprecher von Wien Tourismus: "Das Problem mit den Verkäufern im Mozartkostüm nimmt überhand und Gespräche mit der Stadt sind bereits im Gange."

Wer ist für die Mozart-Verkäufer zuständig?

Zur Frage, inwiefern die Stadt Wien für die Ticket-Mozarts zuständig ist, erklärt Mario Dujakovic, Mediensprecher der Stadträtin Renate Brauner (SPÖ): "Grundsätzlich unterliegt die Tätigkeit der Gewerbeordnung – ein Bundesgesetz. Ob dieses Bundesgesetz eingehalten wird, kontrolliert das Magistrat für Marktservice und Lebensmittelsicherheit (MA59). Dabei wird lediglich kontrolliert, ob sie die gewerberechtlichen Vorschriften einhalten. Ist dies nicht der Fall, wird ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet."

Schwindel bei Angeboten

Zu den Beschwerden, die bei Wien Tourismus eingehen, erklärt Walter Strasser: "Natürlich sind wir über diesen Zustand nicht glücklich. Menschen, die ein Ticket gekauft haben, klagen oftmals darüber, dass das Konzert den Preis nicht wert war. In meisten Fällen ist das Orchester auch nicht so groß wie angegeben."

Deshalb empfiehlt Wien Tourismus, die Karten immer in den offiziellen Ticketbüros zu kaufen, merkt aber auch an: "Nicht alle Angebote dieser Mozartverkäufer sind schlecht, allerdings bekommen die Kunden oftmals nicht das erwartete Konzerterlebnis".



(bai)

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