Kaum ein Thema aus der Favoritner Bezirksvertretung schlug in den vergangenen Monaten so hohe Wellen wie die möglichen Frauentage im Amalienbad. In einem Antrag hatte die Kleinstpartei SÖZ explizite Badetage nur für Frauen gefordert. SPÖ, Neos und Grüne wiesen den Antrag in die Sozialkommission zu – die ÖVP schäumte und kritisierte die "Geschlechtertrennung in öffentlichen Bädern".
Mehr lesen: Streit um Frauentage im Wiener Amalienbad
Um den Bedarf an solchen Badetagen zu eruieren, kam das Favoritner Fair Play Team zum Einsatz. Die 2er-Teams sind an öffentlichen Plätzen und in Parkanlagen unterwegs, um das Gespräch mit den Menschen in den Grätzln zu suchen und sich um deren Anliegen und Bedürfnisse zu kümmern.
Auch im Rahmen der aktuellen Debatte hörte sich das Team im und rund um das Bad um. Fazit laut Niko Poljak, SPÖ-Vorsitzender der Sozialkommission: Der Bedarf sei nicht gegeben. "Es stellte sich heraus, dass von den Favoritnern keine expliziten Frauentage gewünscht sind", so Poljak, der ergänzt: "Viel mehr Bedarf gibt es hingegen bei Sport im öffentlichen Raum. Es braucht mehr Angebote für Mädchen. Diese sollten niederschwellig, leicht zugänglich und kostenlos sein."
In der Sitzung der Sozialkommission einigten sich die beteiligten Parteien FPÖ, Grüne, ÖVP und SPÖ darauf, den Antrag abzulehnen. Der finale Beschluss erfolgt in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung. Gemeinsam möchte man nun einen neuen Antrag einbringen – zur Stärkung von Frauen im öffentlichen Raum.