Security-Daten manipuliert

Kein Deutsch! Grobe Sicherheitsmängel in Fußballstadion

Statt 176 waren nur 93 Security-Mitarbeiter vor Ort, und bei denen wurden von der Finanzpolizei teils gravierende Missstände aufgedeckt.
Newsdesk Heute
13.02.2026, 08:46
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Stundenlang auf Tribünen starren, Notausgänge bewachen und Zuschauer abtasten, das alles bei fast jedem Wetter. Sicherheitsmitarbeiter bei Sportevents haben keinen leichten Job, den sie für 12,67 Euro die Stunde machen müssen – brutto. Bis auf eine mehrstündige Schulung sind keine Qualifikationen nötig.

Jetzt hat die Finanzpolizei die Branche genauer unter die Lupe genommen. Bei einem großen Fußballspiel in Linz wurden gravierende arbeits- und sozialrechtliche Missstände im Bereich der eingesetzten Sicherheitsunternehmen festgestellt.

Nur 93 statt 176 Securities

Laut vorliegendem Sicherheitskonzept hätten 176 Sicherheitsmitarbeiter im Einsatz sein sollen. Tatsächlich konnten im Rahmen der Kontrolle jedoch lediglich 93 Personen angetroffen und überprüft werden. Ein erheblicher Teil der eingesetzten Arbeitskräfte war zum Zeitpunkt der Kontrolle nicht mehr vor Ort.

Die Überprüfungen ergaben insgesamt 84 Übertretungen. Darunter befanden sich 35 Verstöße gegen sozialversicherungsrechtliche Meldepflichten gemäß ASVG, 16 Personen, die gleichzeitig Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen und 17 Fälle ohne gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeitaufzeichnungen.

Beschäftigte besonders vulnerabel

Diese Zahlen verdeutlichen ein strukturelles Problem im Bereich prekärer Beschäftigung. Arbeitnehmer werden laut Finanzpolizei in unsicheren und rechtlich problematischen Arbeitsverhältnissen eingesetzt, vielfach ohne ausreichende Absicherung, Transparenz oder arbeitsrechtliche Dokumentation.

Fehlende Meldungen, unklare Arbeitszeiten und paralleler Leistungsbezug deuten darauf hin, dass Beschäftigte in wirtschaftlich besonders vulnerablen Situationen stehen und teilweise unter Bedingungen arbeiten, die sie in massive soziale Nachteile bringen.

Geburtsdaten manipuliert

Besonders besorgniserregend war die Situation hinsichtlich der persönlichen Schutzwürdigkeit der eingesetzten Arbeitskräfte: Zwei der angetroffenen Sicherheitsmitarbeiter waren minderjährig; in diesen Fällen wurde das Geburtsdatum offenkundig manipuliert.

Darüber hinaus waren zahlreiche Beschäftigte tätig, die über keine ausreichenden Deutschkenntnisse verfügten, um sicherheitsrelevante Anweisungen verständlich entgegennehmen oder weitergeben zu können. Dies gefährdet potenziell nicht nur die Veranstaltungssicherheit, sondern verletzt auch die verantwortungsvolle Personalführung und Fürsorgepflicht gegenüber den eingesetzten Personen.

61.000 Euro eingehoben

Weitere Ermittlungen zu den beteiligten Unternehmen sowie zu den konkreten Beschäftigungsverhältnissen sind im Gange. Im Zuge der Amtshandlung wurden zudem offene Abgaben in Höhe von über 61.000 Euro exekutiert.

"Ob am Fußballfeld oder abseits davon: Fairness muss absolute Priorität haben. Wer unfaire Praktiken ausübt, um sich einen Vorteil zu verschaffen, gehört bestraft. Die Vielen, die sich an die Regeln halten dürfen nicht benachteiligt sein. Nur wenn alle nach denselben Regeln spielen, kann es einen fairen Wettbewerb geben, der schlussendlich auch zu mehr Gerechtigkeit führt", betont Finanzminister Markus Marterbauer.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 13.02.2026, 10:45, 13.02.2026, 08:46
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