Kein Gas mehr! Pipeline nach Europa wird abgedreht

Für zehn Tage stellt Nord Stream Gaslieferungen nach Europa ein. Wie es danach weitergeht, ist vollkommen unklar.
Für zehn Tage stellt Nord Stream Gaslieferungen nach Europa ein. Wie es danach weitergeht, ist vollkommen unklar.Stefan Sauer / dpa / picturedesk.com
Die nächste Eskalation ist da: Die Gaspipeline Nord Stream stellt ab 11. Juli Lieferungen nach Europa ein. Grund seien "Wartungsarbeiten".

Die wichtigste Gaspipeline Nord Stream stellt Gaslieferungen nach Europa ab 11. Juli ein. Als Grund dafür werden "routinemäßige Wartungsarbeiten" genannt, die bis 21. Juli andauern sollten und "in enger Absprache" mit allen Abnehmern erfolgen soll, gab das Unternehmen in einem Schreiben bekannt. Es handelt sich um die nächste Eskalationsstufe im Gas-Streit mit Russland – wie es nach der Wartung weitergeht, ist bisher vollkommen unklar.

Jetzt droht komplettes Gas-Aus

Die Wartungsarbeiten "beinhalten unter anderem Tests der mechanischen Komponenten und Automatisierungssysteme, um den zuverlässigen, sicheren und effizienten Betrieb der Pipeline zu gewährleisten", heißt es von Nord Stream. Die Pipeline beziehungsweise die Nord Stream AG als Betreibergesellschaft ist ein Joint Venture von Konzerngesellschaften der Unternehmen Gazprom, Wintershall Dea, E.ON, Gasunie und Engie.

Zwar sind Wartungsarbeiten an der Pipeline nicht ungewöhnlich, weil Gazprom die Lieferungen zuvor aber bereits um 60 Prozent gedrosselt hatte, befürchten Beobachter nun einen kompletten Ausfall der Lieferungen. In Deutschland rechnete der Chef der Bundesnetzagentur Klaus Müller bereits damit, dass Russlands Präsident Wladimir Putin die Gaslieferungen nach Europa nun komplett stoppen könnte. Auch Wirtschaftsminister Robert Habeck hielt einen kompletten Stopp für möglich.

Gas-Krisengipfel am Dienstag

Die Bundesregierung in Österreich gab bereits am Freitag bekannt, am kommenden Dienstag die Situation bewerten und anschließend mögliche weitere Schritte kommunizieren zu wollen"Die Gasflüsse nach Österreich waren in den vergangenen Tagen stabil. Aber es wurde weniger Gas in die Speicher gefüllt. Die Lage ist ernst. Es ist wichtig, dass wir die Ursachen genau analysieren", gab Klimaschutzministerin Leonore Gewessler bekannt.

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