Kein Kindergeld nach Lockdown – Grüne wollen Änderung

Autorin Natascha Strobl gewann vor Gericht.
Autorin Natascha Strobl gewann vor Gericht.apa/picturdesk "Heute"-Montage
Natascha Strobl ließ im Lockdown Kontrolltermine aus, um ihr Risiko-Kind (2) zu schützen. Die ÖGK strich ihr Leistungen – die Grünen kritisieren das.

Als besorgte Mutter war sie vorsichtig, hatte dafür dann das Nachsehen: Der Fall der bekannten Wiener Bloggerin und Autorin Natascha Strobl, "Heute" berichtete, schlug hohe Wellen. Im ersten Corona-Lockdown verschob die Wienerin auf Anraten der Kinderärzte zwei Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen ihrer zweijährigen Tochter, die wegen eines angeborenen Herzfehlers als Risiko-Patientin gilt. Sie holte die Termine nach wenigen Wochen nach, doch die ÖGK strich der Autorin trotzdem das Kinderbetreuungsgeld. Begründung: Die Termine wären außerhalb der vorgegebenen Frist nachgeholt worden. "Ich wollte nur eine gute Mutter sein und wurde dafür bestraft", meinte die Politikwissenschafterin. Ihr Fall ging vor Gericht. Mit Hilfe der AK wurde ihr das Geld (rund 1300 Euro) schlussendlich zurückerstritten.

Fall bekommt politische Ebene

Nun melden sich erste Politiker in der Causa zu Wort. "Es darf nicht sein, dass bürokratische Hürden wie im Fall Strobl zum Verlust des Kinderbetreuungsgeldes führen", sagt die grüne Familiensprecherin in Parlament Barbara Neßler. Sie ist der Meinung: "Die Pandemie war für viele Eltern Stress genug, gerade wenn die Sorge um ein Kind mit Vorerkrankungen dazukommt. Da soll niemand gerichtlich um das zustehende Kinderbetreuungsgeld streiten müssen."

Barbara Neßler fordert Bürokratieabbau von Ministerin Edstadtler.
Barbara Neßler fordert Bürokratieabbau von Ministerin Edstadtler.Facebook

Abgeordnete fordert Bürokratie-Abbau

Deshalb will die Abgeordnete nun das Gespräch mit Karoline Edstadler suchen, die bis zum Baby-Comeback von Susanne Raab mit den Familien-Agenden betraut ist. Betroffene mit ähnlich gelagerten Fällen sollen sich künftig direkt an das Ministerium wenden können. Eine schnelle und unbürokratische Nachzahlung soll auch ohne gerichtliche Schritte setzen zu müssen, möglich sein. "Immer wieder kommt es beim Kindergeld zu ähnlich gelagerten Fällen. Wir haben im Regierungsprogramm den Abbau bürokratischer Hürden vorgesehen und das müssen wir jetzt in diesem Bereich schleunigst angehen", fordert sie.

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