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Lehrermangel – Wiener Klasse saß einen Monat daheim

An einer Wiener Volksschule wurden 20 Kinder "vergessen". Im "Heute"-Talk erhebt Harald Zierfuß, Bildungssprecher der Wiener VP, schwere Vorwürfe.

Eine Volksschulklasse in Wien war seit Anfang September nicht mehr im Klassenzimmer (Symbolbild).
Eine Volksschulklasse in Wien war seit Anfang September nicht mehr im Klassenzimmer (Symbolbild).
Johanna Schlosser / picturedesk.com

Für 20 ukrainische Schüler und Schülerinnen einer Donaustädter Volksschule haben sich die Sommerferien unfreiwillig um einen Monat verlängert. Weil sich Anfang September weder eine reguläre Lehrkraft noch eine ukrainischsprachige Assistenzkraft finden ließ, wurden die Eltern auf sich selbst gestellt.

"Ich muss meinen Sohn zuhause unterrichten. Wir haben keine Unterstützung von der Schule", klagt eine besorgte Mutter gegenüber "Heute". Eine ukrainische Großmutter eines Schülers, die auch Deutsch spricht, sprang als Dolmetscherin ein, um die verwirrten Eltern über den "Schulverweis" aufzuklären.

"Eklatanter Lehrermangel"

Trotz mehrfacher Aufforderungen der Schuldirektion an die übergeordnete Wiener Bildungsdirektion, dass dringend Lehrer bereitgestellt werden müssen, passierte vier Wochen nichts.

Harald Zierfuß, Bildungssprecher der Wiener Volkspartei, übt im "Heute"-Talk scharfe Kritik: "Seit Schulbeginn sitzen Kinder daheim und warten auf eine Verständigung, dass endlich der Unterricht beginnt. Es ist dramatisch und eine Situation, die wir in Wien nicht kennen. Der Lehrermangel wird eklatanter und die Stadtregierung – SPÖ und NEOS – sind untätig."

Im Video spricht VP-Politiker Harald Zierfuß über die "vergessene Klasse":

Ab Mittwoch wieder Unterricht

Nach "Heute"-Anfrage bei der Bildungsdirektion Wien gibt es nun, spät aber doch, ein Happy End. "Wir möchten 4.020 Schülerinnen und Schülern aus der Ukraine den bestmöglichen Unterricht ermöglichen. Aufgrund der hohen Anzahl – es sind etwa so viele Kinder, wie in sieben anderen Bundesländern zusammen – können Fehler passieren. Ich möchte mich bei den offensichtlich vergessenen Eltern und Schülern ausdrücklich entschuldigen. Ab Mittwoch steht für sie wieder Lehrpersonal zur Verfügung und der Unterricht kann beginnen", versichert Bildungsdirektor Heinrich Himmer.