Erstmals seit rund fünf Jahren blieb Rapid in einem Heimspiel ohne einen einzigen Torschuss. Von der zuletzt aufkeimenden Euphorie nach dem 4:2 gegen den LASK waren die Hütteldorfer gegen den Meister chancenlos – im wahrsten Sinne des Wortes.
Rapid wusste mit zwei Drittel des Ballbesitzes nichts anzufangen: 0:7 Torschüsse.
Kapitän Matthias Seidl: "Von Anfang an war es nicht magisch. Das haben wir schon besser gezeigt. Wir haben zu langsam nach vorne gespielt, zu langsam die Seiten gewechselt. Dann haben sich einige Fehler eingeschlichen, mit denen wir den Gegner zum Kontern eingeladen haben."
Der frühe Rückstand nach einem schwach verteidigten Standard spielte den Grazern zusätzlich in die Karten. Danach kontrollierte Sturm das Geschehen. Rapid kam einzig über die rechte Seite und Niki Wurmbrand zu Räumen. Der konnte daraus aber nichts kreieren.
Seidl sah die Probleme klar: "Wir hatten nicht immer eine gute Boxbesetzung, haben die Bälle nicht immer gut reingebracht und daher auch wenige Chancen bekommen."
Auch Trainer Johannes Hoff Thorup musste anerkennen, dass der Plan nicht aufging: "Sturm war besser darin, das Spiel zu ihrem zu machen statt zu unserem."
Vor allem im letzten Drittel hätte die Idee gefehlt: "Aber wenn die Hereingaben von Wurmbrand nicht zu Torschüssen werden, müssen wir uns da sicher verbessern."
Der zweite Gegentreffer nach einem Fehler von Goalie Niklas Hedl passte ins Bild eines gebrauchten Abends. Der Trainer stellte sich dennoch vor seinen Keeper und verwies auf frühere Situationen: "Als Raux-Yao gegen den LASK in der ersten Minute den Fehler machte, habe ich nur auf seine Reaktion in den nächsten zehn Minuten geschaut. Weil er da die richtigen Dinge gemacht hat, war es kein Problem für mich."
Auch Hedl habe die Qualität, zurückzukommen: "Er weiß, wie man von sowas zurückkommt. Das hat er schon nach dem Ried-Spiel im ÖFB-Cup bewiesen. Seine Antwort darauf war richtig gut und er ist danach nur besser geworden."
Am Ende blieb bei Kapitän Seidl die Erkenntnis: "Wenn man so eine Leistung bringt wie heute, hat man den Sieg auch nicht verdient."
Für den Trainer zählt jetzt vor allem die Reaktion: "Wir waren zu langsam und schlampig, das war gegen den LASK noch anders und wir müssen den Grund dafür finden."
Die Richtung stimme dennoch: "Denn jedes Team kann Spiele verlieren, aber die Frage ist, wie wir darauf antworten, wie die Leader in der Gruppe darauf reagieren und wie ich damit umgehe. Und ich werde ihnen sagen, dass wir uns immer noch nach vorne bewegen und viel Positives haben, auf dem wir aufbauen können."
Nächste Woche folgt das Auswärtsderby. Ein Spiel, das Rapid zuletzt alles andere als gut in Erinnerung hat. Im Grunddurchgang setzte es ein ganz ähnliches 0:2 mit abgemeldeter Offensive.