Der Fall rund um eine 86-jährige St. Pöltnerin hatte für Wirbel gesorgt. Die alte Dame war Ende November und Anfang Dezember (da war sie dann auch Corona-positiv) vom Sohn bzw. per Rettung ins Spital gebracht worden. Die 86-Jährige hatte schwere Angststörungen und neurologische Probleme. Doch zwei Mal wurde sie mit "guten Vitalfunktionen" per Rettung wieder nach Hause gebracht ("Heute" berichtete).
Bernhard Jany, Sprecher der Landesgesundheitsagentur hatte gestern versprochen, sich um den Fall zu kümmern und hielt Wort. Jany zum Sachverhalt: "Die Patientin wurde am 26. November aufgrund einer Angststörung mit der Rettung in das Universitätsklinikum St. Pölten gebracht. Es erfolgte eine interne Untersuchung und ein ausführliches Gespräch. Am 1. Dezember wurde die Patientin positiv getestet (nicht im Krankenhaus getestet) und es erfolgte wieder eine interne Untersuchung im Universitätsklinikum. Aufgrund des stabilen gesundheitlichen Zustandes war eine stationäre Aufnahme nicht erforderlich. Gestern, am 6. Dezember, erfolgte eine neurologische Untersuchung und ein CT (unauffällig)."
Am Montag um 9 Uhr sei die Frau zur Begutachtung nach Mauer bestellt worden. Im Telefonat am Montag mit dem Sohn der Betroffenen bestätigte dieser: "Gestern abend waren wir zum dritten Mal im Uniklinikum. Meine Mutter wurde von einem Facharzt begutachtet, dieser stellte Fragen (wann Geburtstag, welcher Tag heute sei), dann musste meine Mutter Quadrate und Rechtecke nachzeichnen und schließlich wurde sie noch in die Röhre (Anm.: CT) geschoben", so der Krankenpfleger. Nach 21 Uhr (rund zwei Stunden nach Veröffentlichung des "Heute"-Artikels) kam die Nachricht, dass die Mutter am Montag nach Mauer könne.
"Meine Mutter wohnt alleine in St. Pölten, ich bin berufstätig, kümmere mich in meiner gesamten Freizeit um sie. Den Rest macht ein Verwandter von mir. Meine Mutter hatte die ganze Nacht geschrien, war völlig desorientiert. Heute morgen wurde sie schließlich privat nach Mauer gebracht, wo sie zum Glück und notwendigerweise stationär aufgenommen wurde", so der Sohn halbwegs erleichtert.
Aber: Die 86-Jährige wurde laut Sohn bereits Ende November positiv getestet, ein zweiter Test wurde trotz mehrmaliger Intervention des Sohnes verwehrt. "Unfassbar, was diese Regierung hier aufführt, man will selber zur Sicherheit betragen, aber es heißt: Nach zehn Tagen sei alles in Ordnung."
"Wir möchten außerdem darauf hinweisen, dass eine stationäre Aufnahme in jedem Fall medizinisch indiziert sein muss.
Eine reine Versorgung aufgrund der dementiellen Erkrankung ist im Bereich des familiären Umfelds, eines Pflege- und Betreuungszentrums oder einer 24-Stunden-Betreuung angesiedelt", so Berhard Jany abschließend.