Sie waren kein einziges Mal im Ernstfall im Einsatz, haben aber offenbar dennoch Außergewöhnliches geleistet. Sämtliche Polizistinnen und Polizisten, die sich damals freiwillig zur Ausbildung als Reiter in Kickls Pferde-Polizei meldeten, werden dieser Tage im Innenministerium (BMI) geehrt.
Kickls Prestigeprojekt
Es war das Lieblingsprojekt des damaligen Innenministers Herbert Kickl (FPÖ). Nach der Ibiza-Affäre und dem Platzen der türkis-blauen Regierung wurde das Projekt jedoch nie realisiert.
19 Reiterinnen und Reiter wurden ausgebildet und sollen nun geehrt werden, weil sie sich "im Rahmen ihrer Aufgaben über das normale Maß hinaus engagiert und eingesetzt haben", heißt es aus dem BMI.
Gewerkschaft empört
Die Ehrung, die am Freitag im "Sala terrena" im Ministerium stattfinden wird, gefällt bei weitem nicht allen. "Es gibt Tausende Kollegen, die Tag für Tag ihr Bestes geben. Um die schert sich keiner", meint der sozialdemokratische Polizeigewerkschafter Hermann Greylinger. Auch Reinhard Zimmermann von der christlichen Gewerkschaft pflichtet ihm bei: "Ich habe das auch nicht glauben können", wird er im "ORF" zitiert.
Im Innenministerium verteidigt man die Ehrung: Auch wenn die Reiterstaffel an sich zu hinterfragen war, "so ist der Einsatz der Bediensteten anzuerkennen und zu honorieren. Respekt und Wertschätzung sind tragende Säulen der Organisationskultur des Innenministeriums", so ein Sprecher.