Kein Termin trotz Krebs – "Ich zitterte um mein Leben!"

Kann Corona nicht mehr hören: Mary H. (81)
Kann Corona nicht mehr hören: Mary H. (81)Helmut Graf
Bis zuletzt wusste eine Wienerin (81) nicht, ob sie sterbenskrank ist – denn nach der Chemo musste sie monatelang auf ihren Kontrolltermin warten.

"Es ist verrückt", findet die Krebspatientin Mary H. aus Wien-Hernals. Trotz schwerer Krankheit verlor die 81-Jährige ihren Humor noch nicht, dafür fast ihre Nerven.
"Früher rauchte ich wie ein Schlot", so die 81-Jährige. 2019 dann die niederschmetternde Diagnose: Lungenkrebs! Doch nach der Chemo kam es noch schlimmer. "Wegen Corona fiel mein letzter Kontrolltermin im März aus. Also wusste ich monatelang nicht, ob ich gleich sterbe oder ob die Therapie erfolgreich war."

Qualvolles Warten seit März

Erst im August wurde sie untersucht – in der Zwischenzeit vermutete die gebürtige Holländerin aus Leiden schon, "dass mein Geburtsort auch mein Leben ist". Der Höhepunkt ihres Leidensweges: "Vor paar Tagen hatte ich endlich den Befund, doch ich durfte nicht ins AKH. Wegen Corona braucht jeder zu erst einen schriftlichen Termin, aber das dauert ja wieder Ewigkeiten. Also kam mir die Idee mit einem Brief. Ich drückte den Zettel einfach einer Ärztin vor der Türe in die Hand.“

"Krebs ist tödlicher als Corona!"

Kurz darauf war endlich klar: "Ich bin zum Glück gesund!" Wirklich glücklich ist Mary H. deshalb aber trotzdem nicht. "Vor lauter Corona vergessen nämlich alle, auch unser Herr Gesundheitsminister: Der Krebs ist viel tödlicher als das Virus!"

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