Domen Prevc hat das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen souverän gewonnen. Der Slowene setzte sich klar vor den ÖSV-Adlern Jan Hörl und Stefan Embacher durch und feierte einen ungefährdeten Sieg auf der Großen Olympiaschanze. Für Ärger sorgte jedoch nicht der Triumph an der Spitze, sondern ein Vorfall im slowenischen Team.
Prevcs Teamkollege Timi Zajc wurde bereits vor seinem ersten Sprung disqualifiziert. Grund war erneut ein zu großer Anzug am Bein, diesmal um vier Millimeter. Schon beim Tournee-Auftakt in Oberstdorf hatte es wegen desselben Vergehens eine Disqualifikation gegeben.
Die Konsequenzen sind hart. Zajc kassierte nach der zweiten Verwarnung eine Rote Karte und ist für das Springen in Innsbruck gesperrt. Bereits nach dem ersten Springen in Oberstdorf hatte die FIS deutliche Worte gefunden. Materialchef Andreas Bauer erklärte damals, die Disqualifikation sei berechtigt gewesen und zugleich ein klares Signal an alle Athleten und Teams, dass streng kontrolliert werde. Hintergrund seien auch die Lehren aus dem Anzug-Skandal rund um Norwegens Skisprung-Team bei der Nordischen Ski-WM 2025.
Auch "Eurosport"-Experte und Skisprung-Legende Martin Schmitt zeigte nach dem neuerlichen Vorfall kein Verständnis mehr. "Ich hatte in Oberstdorf ein bisschen Mitleid mit ihm, aber ich habe absolut kein Verständnis dafür, was heute passiert ist", sagte der frühere Weltmeister. Zajc habe bewusst darauf gesetzt, mit einem nicht regelkonformen Anzug durch die Kontrolle zu kommen. Das sei nicht in Ordnung, die Sperre nun eine notwendige Denkpause.
In der Gesamtwertung der Vierschanzentournee baute Domen Prevc wiederum seinen Vorsprung weiter aus. Der Slowene führt mit 619,8 Punkten klar, Jan Hörl folgt als bester Österreicher bereits mit 35,0 Punkten Rückstand. Stefan Embacher liegt mit 41,5 Punkten Rückstand auf Rang drei.
Nach dem Neujahrsspringen in Garmisch zieht die Vierschanzentournee weiter nach Innsbruck. Am 3. Jänner steht die Qualifikation auf dem Programm, am 4. Jänner folgt der Bewerb auf dem Bergisel.