Fünf Grands Prix wurden in der laufenden Saison bereits ausgetragen, alle fünf Rennen hat Red Bull für sich entschieden, dabei gab es vier Doppelsiege. Der heimische Rennstall dominiert die Motorsport-"Königsklasse" beinahe nach Belieben. Und Max Verstappen fährt nach seinem dritten Saisonerfolg in Miami unaufhaltsam seinem dritten WM-Titel entgegen.
Auch, weil die Konkurrenz schwächelt. Ferrari ist nur ein Schatten seiner selbst. Und Mercedes, das Konstrukteurweltmeisterteam der Jahre 2014 bis 2021, hat mit dem Festhalten am "Zero Pods"-Konzept neuerlich dramatisch daneben gegriffen. Die "Silberpfeile" sind kaum konkurrenzfähig. Das verdeutlicht nur ein einziger Stockerlplatz im Laufe der Saison – Lewis Hamilton wurde in Australien Zweiter.
Um einen Schritt aus der Krise zu machen, versuchte Mercedes zuletzt, Red-Bull-Mastermind Adrian Newey loszueisen. Der widerstand jedoch und unterzeichnete einen "langfristigen" Vertrag mit den Bullen. Ein Umstand, den Marko nun süffisant kommentierte.
Eine ehemalige Red-Bull-Mitarbeiterin, die nun als persönliche Assistentin von Toto Wolff tätig ist, habe Newey vor dessen Verlängerung kontaktiert, berichtet "F1 Insider", das 64-jährige Aerodynamik-Genie lehnte jedoch dankend ab. "Herr Wolff scheint womöglich doch nicht ganz das Vertrauen zu haben, dass seine eigenen Leute die Probleme mit dem Auto in den Griff bekommen", so der Marko-Kommentar. Bei den "Silberpfeilen" haben zuletzt James Allisson und Mike Elliott die Jobs getauscht. Allisson ist damit Technik-Chef, soll wieder mehr Einfluss auf die Entwicklung des Boliden nehmen.
Auch Ferrari hat seine Fühler nach Red-Bull-Kräften ausgestreckt. Der italienische Rennstall wolle demnach versuchen, im Zuge des Wechsels von Laurent Mekies zum zweiten Bullen-Rennstall Alpha Tauri – Mekies wird 2024 der Nachfolger von Teamchef Franz Tost – Ingenieure nach Maranello zu holen. Drei hochrangige Ingenieure wolle Ferrari engagieren. Darunter auch den Franzosen Pierre Waché, Neweys rechte Hand.
"Wir alle wollen, dass Ferrari konkurrenzfähig ist. Aber so geht das nicht, wir sind nicht auf einem Basar. Abgesehen davon, dass Waché gar nicht gehen will, werden wir nicht auf Bedingungen eingehen", schlug Marko auch dieses Angebot aus.