Kein Wasser – Frisör will 2.640 € von Wiener Wohnen

Coiffeur Peter Gänsler in seinem Salon Jahn in der Engerthstraße.
Coiffeur Peter Gänsler in seinem Salon Jahn in der Engerthstraße.Denise Auer
Vier Tage nach dem 2. Lockdown-Ende musste ein Frisör wieder schließen. Grund: Installateurarbeiten. Jetzt fordert er Schadenersatz von Wiener Wohnen.

Drei Wochen war der Salon Jahn wegen des zweiten Lockdowns geschlossen. "Wir waren froh, als wir am 7. Dezember endlich wieder aufsperren durften", erzählt Inhaber Peter Gänsler. Die Freude währte allerdings nur kurz. Noch am selben Tag überreichte ein Mitarbeiter einer Installateurfirma dem Coiffeur ein Schreiben (datiert am 23. November), in dem der Wiener informiert wurde, dass am 10. Dezember von 8 bis 16 Uhr das Wasser abgedreht wird. Dem Frisör stellte es alle Haare auf: "Auf Nachfrage bei den Mitarbeitern, ob es denn möglich sei den Termin zu verschieben, erhielt ich nur ein Nein". Nachdem Gänsler bei dem Unternehmen nichts erreichen konnte, probierte er sein Glück bei seinem Vermieter, Wiener Wohnen. Gänsler deponierte seine Bitte, die Arbeiten zu verschieben, mehrmals – ohne Erfolg.

Donnerstagmorgen drehte die beauftragte Firma das Kalt- und Warmwasser ab. Vor der Türe standen die Kunden bereits Schlange. 51 hatten an diesem Tag einen Termin. "Wir versuchten alle Angemeldeten zu erreichen, von allen hatten wir aber leider keine Nummer". Dazwischen rief dann doch Wiener Wohnung zurück – zu dem Zeitpunkt war das Wasser allerdings schon vier Stunden abgedreht. 

3.300 Euro Umsatzentgang

Zurück bleibt Gänsler mit einem Loch im Geldbeutel. 3.300 Euro sind dem Frisör nur durch die angemeldeten Kunden entgangen, mit der Laufkundschaft wäre es wohl noch mehr geworden, rechnet der Frisör vor. "Wir können das nicht mehr nachholen, aufgrund des Lockdowns und Weihnachten haben wir kaum noch freie Termine", erzählt Gänsler. Einige Kunden reagierten verärgert, andere zeigten Verständnis.

"Es ist mir unverständlich, dass man solche Arbeiten nicht zu Zeiten machen kann wo Geschäfte, die vom Wasser abhängig sind , geschlossen haben. Da die Meldung vom Hausbesorger schon vor zwei Wochen war, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Gefahr im Verzug war", ärgert sich der Wiener. 

Weil es ihm unmöglich war, sein Geschäft zu nutzen, verlangt er von Wiener Wohnen nun eine Gutschrift für diesen Tag. Zudem erwartet er sich eine 80-prozentige Refundierung – das wären 2.640 Euro. Eine Antwort auf sein Schreiben ist allerdings noch ausständig.

Hauptventil war beschädigt

Gegenüber "Heute" meinte ein Sprecher von Wiener Wohnen: "Ein Hauptventil der Wasseranlage für das gesamte Wohnhaus war schadhaft, es ist bereits zu einem Wasseraustritt gekommen und musste deshalb ohne weiteren Aufschub abgebaut und getauscht werden. Es war unvermeidbar dafür mehrere Wasserstränge zu sperren. Dass notwendige Gebrechensbehebungen temporär auch Unannehmlichkeiten für Mieter mit sich bringen ist uns bewusst. Wir versuchen sie deshalb so gering wie möglich zu halten und die Mieter so früh wie möglich zu informieren".

Zudem erinnert der Sprecher, dass die Hausverwaltung während dem ersten Lockdown von behördlichen Schließungen betroffenen Lokalmietern die Miete erlassen bzw. gemindert hat. "Auch der Friseursalon von Herrn Gänsler hat von dieser unbürokratischen Hilfe profitiert", so der Sprecher. "Dafür bin ich auch sehr dankbar", so der Coiffeur. "Der Zeitpunkt der Arbeiten ist mir dennoch unbegreiflich".

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