Nach Disqualifikation

"Keine Antwort!" Weiter Wachs-Wirbel im Weltcup

Der Ski-Weltcup startete am vergangenen Wochenende mit einem echten Knall. Im ersten Rennen unter der neuen Wachs-Regel gab es eine Disqualifikation. 
Sport Heute
03.11.2023, 12:37
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Seit dieser Saison greift im alpinen Ski-Weltcup eine neue Wachs-Regelung. Fluor, das nicht abbaubar ist, wurde verboten. Um diese Regeländerung zu überprüfen, wird nun im Rahmen der technischen Überprüfung der Ski im Ziel auch mit einem Spezialgerät die aufgetragene Wachsmischung untersucht. Schon vor dem Saisonstart gab es Befürchtungen, der Weltcup-Zirkus könnte im Wachs-Chaos versinken. Die Rede war von Sabotageaktionen oder ähnlichen Verunreinigungen. 

Und tatsächlich kam es schon im Damen-Riesentorlauf von Sölden, dem ersten Rennen der neuen Saison, zur ersten Disqualifikation. Die Norwegerin Ragnhild Mowinckel, eine der besten Riesentorläuferinnen der Welt, wurde nach dem ersten Durchgang aus der Wertung genommen, weil mittels FIS-Messung auf ihrem Ski Fluor nachgewiesen wurde. Unter Tränen erklärte die 31-Jährige dann, dass sie sich die Verunreinigung nicht erklären konnte. 

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Rätsel bei Skifirma

Tatsächlich hatte Mowinckels Servicemann die Ski in der Nacht vor dem Rennen aus Sicherheitsgründen in seinem Auto gelagert, ein Test zwei Tage vor dem Rennen ergab, dass der Ski keine Spuren von Fluor aufwies. Die Überschreitung war jedoch deutlich, wie auch der norwegische Verband bei einer Messung feststellte. Bis 31. Dezember gilt ein Grenzwert von 1,8, auf Mowinckels Ski wurde ein Wert von über zehn gemessen. 

Wie diese Überschreitung zustande gekommen war, ist der Skifirma Head auch mit einwöchigem Abstand noch nicht klar. "Wir haben weiterhin keine schlüssige Antwort", meinte der Head-Rennchef Rainer Salzgeber im "Blick". Ursprünglich wurde spekuliert, dass der Ski mit einer verunreinigten Bürste präpariert worden sein könnte. Dies glaubt die Skifirma aber weiterhin nicht. Stattdessen wurde das verwendete Wachs noch einmal überprüft, dabei gab es ebenso keine Spur von Fluor. "Die Frage ist, was gemessen wird. Womöglich führen auch nicht fluorierte Produkte zu hohen Werten", wurde Salzgeber weiter zitiert. 

"Wird in Speed-Rennen spannend"

Das zeigt, wie groß die Skepsis im Skizirkus ist. Die Angst geht um, dass es zu falsch-positiven Ergebnissen kommen könnte. Die Sanktion ist stets eine Disqualifikation. "Die Bedenken wegen der Messmethode sind da. Es gibt so viele Gerüchte und Spekulationen. Ich befürchte, dass es vor allem bei Speed-Rennen spannend wird", meinte etwa die Schweizerin Michelle Gisin. Denn klar ist auch: Das nun verbotene Fluor hat in Abfahrten und Super-Gs einen größeren Effekt. Durch den gehobenen Grenzwert auf 1,8 könnte man durchaus versuchen, mit geringen Fluor-Mengen zu experimentieren, heißt es hinter vorgehaltener Hand im Ski-Zirkus. "Solange es nicht zu Massendisqualifikationen kommt, ist das schon mal viel wert", meinte Gisin. 

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.11.2023, 12:37
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