Keine Anzeige, aber Liga will Stellungnahme von Rapid

Die Bundesliga fordert eine Stellungnahme zum Sexismus-Eklat
Die Bundesliga fordert eine Stellungnahme zum Sexismus-Eklatgepa
Das sexistische Transparent auf der Rapid-Tribünen beschäftigt auch die Bundesliga. Die Grün-Weißen kommen aber ohne Anzeige davon. 

Im verwaisten "Block West" hing vor dem Anpfiff gegen Hartberg am Sonntag rund drei Stunden lang ein riesiges Spruchband, das einen frauenfeindlichen Reim zum Inhalt hatte ("A Stadion mit leeren Plätzen is wie a schiache Oide wetzen"). Erst als "Sky"-Moderatorin Constanze Weiss Rapid-Geschäftsführer Zoran Barisic damit konfrontierte, wurde es abmontiert.

Die Bundesliga distanziert sich am Tag nach dem Eklat scharf von der Rapid-Aktion. "Wir bekennen uns zu Werten wie Toleranz, Vielfalt und Offenheit und sind stolz darauf, dass der Fußball jeden Tag einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit, zur Integration und zum Zusammenhalt liefert. Leider kommt es aber auch zu Vorfällen, von denen jeder einer zu viel ist", heißt es in einer Aussendung.

Was sind die Konsequenzen für Rapid? Der Klub wird von der Liga zu einer Stellungnahme aufgefordert. Eine Anzeige wird es aber nicht geben. Begründung: Seit Herbst gibt es in Zusammenarbeit mit dem ÖFB einen Evaluierungsprozess zu diskriminierenden Vorfällen und dem Umgang mit diesen. Es gibt einen Drei-Stufen-Plan, der von der UEFA entwickelt wurde. "Dabei ist es wichtig, gemeinsam mit allen am Fußball Beteiligten ab der neuen Saison nachhaltig Veränderungen herbeizuführen", heißt es. 

Späte Entschuldigung

Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek meinte unmittelbar nach dem Spiel zu dem Vorfall: "Demokratie und Meinungsfreiheit enden nicht an den Stadiontoren, daher ist es grundsätzlich so, dass Transparente zugelassen werden, so sie nicht strafrechtlich relevant sind. Ich sehe keinen Skandal. Das Thema wurde noch vor Spielbeginn gelöst."

Am Tag danach ruderte er zurück. Wie er "Heute" erklärte, kam er aus familiären Gründen erst sehr spät ins Stadion, erfuhr mit Verzögerung von der Plakat-Problematik. Er habe "versucht, in vielen Gesprächen einen noch größeren Skandal zu verhindern. Das Transparent ist mit unserem Leitbild nicht zu vereinbaren. Offensichtlich ist es mir am Sonntag nicht gelungen, das im Interview zu vermitteln. Ich möchte heute klar festhalten, dass die Wortwahl abzulehnen ist", gab er sich selbstkritisch.

Die Hütteldorfer jagten eine Klub-Aussendung hinterher. Darin wurde das "geschmacklose Transparent" im Namen aller Mitarbeiter verurteilt. "Wir bedauern, dass dieser sexistische Spruch den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat. Der SK Rapid möchte sich auf diesem Wege bei allen Frauen aufrichtig entschuldigen und abschließend betonen, dass Sexismus, Diskriminierung und Rassismus von unserem Verein absolut abgelehnt werden."

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