Das Bildungsministerium hat der Forderung von Gewerkschaft und Arbeiterkammer, die Schüler heuer von ihrem Pflichtpraktikum im Sommer zu befreien, eine Absage erteilt.
Aufgrund der Corona-Krise fällt es vielen Schülern schwer, heuer im Sommer ein Pflichtpraktikum zu absolvieren. Arbeiterkammer und Gewerkschaft hatten gefordert, sie von dieser Pflicht zu befreien.
Vom Bildungsministerium kam nun eine Absage. Es soll laut Erlass aber möglich sein, das Praktikum im nächsten Jahr nachzuholen.
Viele Unternehmen können aufgrund der angespannten und ungewissen Lage heuer keine Praktikumsplätze anbieten, was den Schülern die Suche nach der Stelle erschwert.
"Sie sollten jetzt nicht zur sinnlosen Suche nach Plätzen für Pflichtpraktika gezwungen werden", erklärte AK-Präsidentin Renate Anderl.
Sie kritisierte den Erlass des Bildungsministeriums. Er schreibt vor, dass alle, die jetzt Absagen erhalten, weitersuchen müssen, gegebenenfalls das Praktikum aber im nächsten Jahr nachholen können.
Laut Anderl könnte es dann aber sein, dass Schüler dann zwei Praktika in einem Sommer absolvieren müssen. "Das klingt wie die Pflicht zu einem Praktikum in erfolgloser Arbeitssuche", so Anderl.
Pro Jahr sind gut 50.000 Schülerer von Tourismusschulen, HAK, HTL, Fach- oder Handelsschulen vom Lehrplan her verpflichtet, im Sommer ein Praktikum in einem Betrieb zu absolvieren.