Keine Köche: Diese Sorgen plagen Hoteliers vor Neustart

Die Fahne "Zimmer frei" an einem Hotel in Velden am Wörthersee.
Die Fahne "Zimmer frei" an einem Hotel in Velden am Wörthersee.Jeff Mangione / KURIER / picturedesk.com
Neben der Gastronomie hat auch der Tourismus in der Corona-Krise schwer zu kämpfen. Hoteliers befürchten einen Mangel an Köchen und Kellnern.

Seit 2. November 2020 haben die Lokale und Hotels in Österreich geschlossen. Einzig in Vorarlberg erfolgten vor einigen Wochen die ersten Öffnungsschritte. Ein genauer Aufsperrplan für die restlichen Bundesländer steht noch nicht fest.

Bundeskanzler Sebastian Kurz betonte zuletzt immer wieder, dass es im Mai wohl so weit sein werde. Die wärmeren Temperaturen geben Hoffnung. Im Osten des Landes ist eine Lockdown-Verlängerung derzeit sehr wahrscheinlich.

Nicht nur Gastronomen, auch Hoteliers bangen um den Saisonstart. Die Sorge ist groß, dass Arbeitskräfte fehlen. Viele Beschäftigte aus der Tourismusbranche haben sich andere Jobs gesucht und werden nicht wiederkommen.

Durchschnittlich neun Mitarbeiter pro Betrieb weg

Laut Österreichischer Hoteliervereinigung (ÖHV) könnten zwei Drittel der Hotels bis Mitte Mai öffnen, wenn es die Corona-Infektionslage zulässt. Es wird aber eine "sanfte Öffnung" werden, "anstatt mit Vollgas in die Hochsaison", betonte ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer in einer Aussendung. 

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Neben den fehlenden Vorgaben für die Rahmenbedingungen entpuppen sich die Mitarbeiter als großer Knackpunkt für den Restart. Vor der Krise beschäftigten die Hotels im Durchschnitt 63 Angestellte, für die Wiedereröffnung bräuchten sie 41, heißt es in der Aussendung.

Fast 75.000 Personen aus Tourismus und Gastronomie arbeitslos

Neben der Kurzarbeit (86,4%) setzten die Arbeitgeber vor allem auf Wiedereinstellungszusagen (61,4%) und Investitionen in Weiterbildung (43,4%).

Dennoch haben durchschnittlich neun Mitarbeiter pro Betrieb die Branche seit Beginn der Krise verlassen. Ende März waren rund 74.500 Arbeitskräfte aus dem Bereich Tourismus und Gastronomie arbeitslos oder in AMS-Schulungen.

"Wenn alle aufsperren, wird es ein Gemetzel geben"

Vor allem in den westlichen Bundesländern werden Köche und Kellner gesucht. Viele Mitarbeiter sind in die Schweiz abgewandert oder arbeiten jetzt bei der Post, erklärte Martha Schultz, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich, gegenüber dem "Standard".

Von Tourismusschulen sei zu hören, dass diese sich schwer täten, genügend Schüler für die im Herbst beginnenden Jahrgänge zusammenzubringen, so Schultz.

Auch Petra Nocker-Schwarzenbacher, einst WKÖ-Funktionärin und Hotelbetreiberin in St. Johann im Pongau, gab in der Zeitung an, dass sie sich um das Personal sorge: "Wenn alle aufsperren, wird es ein Gemetzel geben."

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