Niederösterreich

Keine Matura! Eltern fordern 42.000€ Schulgeld zurück

Weil ihrem Sohn fälschlicherweise ein Abschluss mit Matura versprochen worden sein soll, klagen Eltern jetzt eine Privatschule aus NÖ auf 42.000 Euro.

Tanja Horaczek
Der 18-Jährige steht ohne Matura da.
Der 18-Jährige steht ohne Matura da.
Privat, Screenshot

So wie viele andere 18-Jährige hätte Konrad W. aus dem Bezirk Gänserndorf schon längst seine Matura in der Tasche haben sollen. Doch die Privatschule, die er besuchte, hatte keine Berechtigung für einen Abschluss mit Matura. Die Eltern fühlten sich getäuscht und klagten die Schule – mehr dazu hier.

"Fühlen uns getäuscht"

"Wir sind nach wie vor enttäuscht von der Schulleitung. Als wir unseren Sohn mit 14 Jahren hier eingeschrieben haben, wurde uns versprochen, dass er hier die Matura machen kann. Und ein Jahr vor Abschluss hieß es: Pech gehabt, sucht euch etwas anderes", bleibt der Vater bei seinem Standpunkt. 

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    Obwohl mit der Matura geworben wurde, fällt diese nun aus.
    Obwohl mit der Matura geworben wurde, fällt diese nun aus.
    Privat
    "Von uns als Schulleitung wurde keine Zusicherung an die Eltern gemacht, die wir nicht einhalten können."

    Jetzt treffen Schulleitung und Eltern am Landesgericht Korneuburg aufeinander: Es geht um 42.000 Euro Schulgeld plus Fahrtgeld, welches die Eltern zurückfordern. "Es wurde uns ein Abschluss an dieser Schule versprochen und dieser Vertrag wurde gebrochen", bekräftigt der ehemalige Pädagoge.

    Am Montag, den 7. November, wollen die Eltern von Konrad Beweise vorbringen, dass sie von der Schule getäuscht wurden. "Das, was unserem Sohn passiert ist, soll anderen erspart bleiben. Denn er war emotional sehr angeschlagen danach", erklären die Eltern.

    Auf "Heute"-Nachfrage bei der Schulleitung zeigte diese sich verblüfft über die Aussagen der Eltern. "Es wurden unsererseits keine Zusicherungen an die Eltern der Schüler gemacht, welche wir nicht einhalten können", teilte die Direktorin mit.

    "Bub müsste wieder von vorne anfangen"

    Da laut den Eltern die an der Privatschule (Anm. eine Montessorischule) erlernten Sachen an anderen öffentlichen Schulen nicht anerkannt werden, müsse der Bursch wieder ganz von vorne anfangen. Laut Schule bestehe die Möglichkeit am BRG Wolkersdorf eine Externisten-Matura ablegen. Der 18-Jährige bildet sich derzeit mit Kursen weiter.

    Übrigens: Eine Klage der Schule, weil die Eltern das letzte halbe Jahr das Schulgeld nicht bezahlt haben, wurde am 6. Juli am Bezirksgericht verhandelt, das Urteil steht noch aus.