Österreich

KH Nord: Rot-Grün fixieren U-Kommission

Die rot-grüne Stadtregierung hat am Dienstag einen Antrag auf Einsetzung einer Untersuchungskommission zum Thema Krankenhaus Nord eingebracht.
Heute Redaktion
13.09.2021, 21:05

Der "Voodoo-Skandal" um einen 95.000-Euro-Auftrag für einen "Energetiker" und "Bewusstseinsforscher", der die "Schwingungen" des KH Nord in Wien "harmonisieren" sollte, geht weiter. So hat die Rot-Grüne-Stadtregierung die angekündigte Untersuchungskommission am Dienstag fixiert.

Wie der Wiener SPÖ-Klub in einer Aussendung bekannt gab, solle die Kommission Projekt-, Kosten- und Terminentwicklung des Baus klären. Die Verwaltung soll ebenso näher betrachtet werden wie die allfällige politische Verantwortung, heißt es. "Wir wollen lückenlose Aufklärung der Vorwürfe rund um das Krankenhaus Nord. Eine Untersuchungskommission schafft hier Transparenz und Kontrolle. Die Aufklärung der Vorwürfe hilft auch, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen", so der Klubobmann der Grünen Wien, David Ellensohn. Rot-Grün erwarten sich von der Kommission volle Transparenz.

Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou zeigt sich erleichter: "Ich bin sehr froh darüber, dass die Abgeordneten von Rot-Grün diesen außergewöhnlichen Weg gemeinsam gehen. Seit September hören wir Ankündigungen der Opposition, eine Untersuchungskommission einberufen zu wollen, bis heute ist nichts passiert. Jetzt war rasches Handeln angesagt. Das Projekt Krankenhaus Nord ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Eine Untersuchungskommission wird nun für lückenlose Aufklärung sorgen. Das dürfen sich die Wienerinnen und Wiener zurecht von ihrer Stadtregierung erwarten."

Volksanwaltschaft prüft

Auch die Volksanwaltschaft hat eine sorgfältige Überprüfung aller Vorgänge im KH Nord angekündigt – allen voran jene um die Aufträge zur "energetischen Reinigung". "Es ist unerträglich, dass für Esoterik-Hokuspokus 95.000 Euro ausgegeben werden - die unabhängige Volksanwaltschaft wird Hintergründe und Urheberschaft restlos aufklären", so Volksanwalt Günther Kräuter.

Die Präsidentin des Obersten Sanitätsrates, Sylvia Schwarz, gab indes ihren Rücktritt bekannt. Auf ihre Initiative hin soll es zum Auftrag für den "Energetiker" gekommen sein.

Weitere Infos zum Thema:

- Die schräge Welt des Spitals-Energetikers

- "Voodoo-Skandal" um KH Nord weitet sich aus

- Was machen Energetiker überhaupt? (red)

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