Was als Produktivitäts-Wunder gefeiert wurde, könnte sich zur Kostenfalle entwickeln: Die Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass KI-gestütztes Programmieren bis 2028 teurer wird als das Gehalt eines Entwicklers.
Der Grund: Der sogenannte Token-Verbrauch steigt rasant. Tokens sind die Einheiten, in denen KI-Systeme Text verarbeiten und abrechnen. Immer mehr Unternehmen steigen von Flatrate-Modellen auf verbrauchsbasierte Abrechnung um.
Wie heise.de berichtet, basiert die Prognose auf einem weltweiten Durchschnittsgehalt von rund 2.000 US-Dollar pro Monat. In Österreich und Deutschland verdienen Entwickler zwar deutlich mehr - dennoch zeigt sich bereits jetzt ein problematischer Trend.
Laut Gartner-Analyst Nitish Tyagi erreichen bereits sechs Prozent der Unternehmen Token-Kosten von über 2.000 Dollar pro Entwickler monatlich. Ein prominentes Beispiel ist Uber: Der Fahrdienst-Riese hat sein jährliches Token-Budget schon jetzt aufgebraucht.
"Unternehmen gehen rasch von der Testphase zur groß angelegten Einführung von KI-Coding-Agenten über, doch viele unterschätzen die finanziellen Auswirkungen des steigenden Token-Verbrauchs", warnte Tyagi.
Auch in Deutschland sind viele Unternehmen von den KI-Kosten überrascht worden. Eine Bitkom-Umfrage zeigt: Rund ein Drittel der befragten Firmen hat nicht mit den hohen Ausgaben gerechnet.
Die Gartner-Experten empfehlen Unternehmen daher, Token-Schwellenwerte einzuführen und die KI-Nutzung automatisch zu überwachen. Auch sollten Entwickler geschult werden, ihre Anfragen an die KI sparsamer zu formulieren.