Die Künstliche Intelligenz GPT-6 Astra von OpenAI sorgt für Aufsehen in der Welt der Kryptografie. Das KI-Modell hat einen verschlüsselten Funkspruch aus dem Ersten Weltkrieg geknackt, an dem sich Experten bisher die Zähne ausgebissen hatten.
Die Lösung des Rätsels war dabei überraschend unspektakulär: Die KI probierte einfach ein bereits bekanntes Schlüsselwort - "Truppenverschiebung" - aus. Dieses Codewort galt bisherigen Annahmen zufolge erst ab Anfang Dezember 1918, führte aber auch bei dem Funkspruch von Ende November 1918 zur erfolgreichen Entschlüsselung.
Wie t3n berichtet, handelt der geknackte Funkspruch vom Eintreffen eines englischen Kreuzers im Hafen von Sewastopol sowie von einem nachfolgenden alliierten Geschwader. Die KI glich den entschlüsselten Text mit historischen Quellen ab. Einem Logbuch eines englischen Kriegsschiffs zufolge passen die Daten zum Inhalt.
Doch GPT-6 Astra hat noch mehr drauf: Das KI-Modell soll auch eine Enigma-Nachricht aus dem Jahr 1941 entschlüsselt haben. Dafür benötigte die Künstliche Intelligenz zehn Stunden und führte beeindruckende 14,8 Millionen Schlüsselüberprüfungen durch.
Bemerkenswert ist, dass die KI dabei weitgehend selbstständig vorging: Sie soll eigenhändig Archive durchforstet, einen Enigma-Simulator gebaut und den Code für die Kryptoanalyse programmiert haben.
Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Eine unabhängige Bestätigung der Ergebnisse steht noch aus. Auf scienceblogs.de wird die ursprüngliche Chiffre weiterhin als nicht dekodiert geführt. Dennoch zeigt der Fall eindrucksvoll, welches Potenzial moderne KI-Systeme bei historischen Rätseln haben können.