"Persönliche Erklärung": Kickl tritt Impfbeweis an

FPÖ-Chef Herbert Kickl überraschte mit der Ankündigung einer "persönlichen Erklärung" alle.
FPÖ-Chef Herbert Kickl überraschte mit der Ankündigung einer "persönlichen Erklärung" alle.HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
Völlig überraschend hat der freiheitliche Parteichef Herbert Kickl eine "persönliche Erklärung" zu seinem Corona-Impfstatus abgegeben.

Es war ein Paukenschlag, der die Gerüchteküche am gestrigen Donnerstag zum Brodeln brachte. FPÖ-Chef Herbert Kickl kündigte spontan eine Pressekonferenz für Freitagvormittag an. Der freiheitliche Bundesparteiobmann wolle eine "persönliche Erklärung" abgeben, heißt es darin – "Heute" berichtete. 

Das sorgt nun für heftige Spekulationen im ganzen Land, denn in den vergangenen Jahren ist der Begriff "persönliche Erklärung" beinahe zu einem Synonym für einen Rücktritt geworden. Wie ORF-Star Martin Thür auf Twitter aufzeigt, hatten in den vergangenen vier Jahren ein Dutzend Spitzenpolitiker bei einer "persönlichen Erklärung" ihren Rückzug aus der Politik angekündigt. 

"Frontalangriff auf meine Glaubwürdigkeit"

"Sie können mir glauben, dass ich diesen Schritt nicht leichtfertig gemacht habe", erklärte Kickl gleich zu Beginn der Pressekonferenz. Diese "persönliche Erklärung" sei aber für das Vertrauen der Bevölkerung "unumgänglich" gewesen. Die Rücktrittspekulationen wischt er sofort vom Tisch: stattdessen geht es um die Impf-Causa, die der PR-Berater Wolfgang Rosam im TV losgetreten hatte.

Deshalb prescht Kickl nun in Sache seines persönlichen Impfstatus nach vorne. "Es ist eigentlich ganz egal", sagt er dazu. Rosams Aussagen seien rein ein "Frontalangriff" auf seine Glaubwürdigkeit gewesen. Es stehe Aussage gegen Aussage und gehe eigentlich nur darum, wer – er, Kickl, oder der "Falstaff"-Herausgeber – bezüglich des Impfstatus gelogen hätten.

Kickl zeigt seinen Antikörpertest

"Ich sage es ihnen ganz ehrlich: Mir hat es gereicht und habe mich daher entschieden, den Beweis für die Richtigkeit meiner Aussagen persönlich anzutreten".

Deshalb hat sich Kickl vor laufender Kamera Blut abnehmen und einen Antikörpertest durchführen lassen. Die entsprechenden Aufnahmen ließ er als Beweis während der Pressekonferenz einspielen.

Der behandelnde Arzt Marcus Franz – extra dafür von seiner Schweigepflicht entbunden – erklärte, das das Ergebnis negativ sei. Kickl sei bisher niemals mit dem Coronavirus oder einer Impfung in Berührung gekommen.

Auch im Befund heißt es: "Es gibt keinen serologischen Hinweis auf eine zurückliegende Infektion mit Sars-CoV-2 oder auf das Vorliegen von neutralisierenden Antikörpern."

"Wenn dieser Herr einen Funken Restanstand hat, tritt er noch genau einmal [im TV] auf. Das ist dann dieser Auftritt in dem er seine Aussagen widerruft, denn seine Glaubwürdigkeit ist seit heute sowieso beim Teufel", wettert Kickl in Richtung Rosam. Der Freiheitliche ortet in der gesamten Causa eine Schmutzkübelkampagne aus Richtung der ÖVP.

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