"Totes Papier": Kickl gegen Vertrag mit Putin-Partei

FPÖ-Klubchef Kickl will blaue Verbindungen zur Partei des russischen Präsidenten Putin kappen. Der von Strache geschlossene Vertrag ist für ihn nur "totes Papier".

In der FPÖ tut sich anscheinend der nächste Konfliktherd auf. Klubchef Herbert Kickl sagte am Dienstagabend im "ORF Report", er habe die Verbindungen der FPÖ zum Balkan und nach Russland "nie verstanden" und sei darüber auch mit Ex-FPÖ-Chef Strache in Konflikt geraten.

Den Kooperationsvertrag der FPÖ mit der Putin-Partei "Einiges Russland" bezeichnete Kickl als "ein totes Stück Papier". Parteiobmann Norbert Hofer sieht das anders, er bekräftigte vor kurzem, den Kooperationsvertrag aufrecht erhalten zu wollen. Heinz-Christian Strache hatte den Kooperationsvertrag mit "Einiges Russland" vor knapp drei Jahren ausgehandelt. Erklärtes Ziel war unter anderem die "Erziehung der jungen Generation im Geiste von Patriotismus und Arbeitsfreude".

"Zusammenarbeit mit anderen Parteien ist wichtig, aber in Wahrheit brauchen wir das nicht – wenn man mich fragt", so Kickl im TV-Interview. Die Aktivitäten in Osteuropa habe er nie nachvollziehbar gefunden.

Abspaltungsgerüchte für Kickl "lächerlich"

Die beinahe als Drohung formulierten Warnungen des blauen Gemeinderats Karl Baron vor eine Strache-Abspaltung der Wiener FPÖ hält Kickl für "lächerlich". Niemand außer Baron und dem "exhumierten" ehemaligen FPÖ-Politiker Gernot Rumpold würde hinter Strache stehen und von Abspaltung reden.

Dass der Ausschluss Straches so lange dauere sei den Eigenheiten des Wiener Parteistatuts geschuldet. Alles müsse "sauber" gemacht werden, Strache müsse die Gelegenheit haben, vor dem Parteigericht auszusagen, sagte Kickl. Sonst würden Medien berichten, "dass wir ein Standgericht abgehalten hätten", vermutete er.

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