Von Ende November bis Mitte Dezember richten 16 Tage internationaler Aktionen den Fokus auf ein dringendes Thema: Gewalt gegen Frauen. Begleitend dazu lieferte die österreichische Studie "GEQ AT Gender Equality and Quality of Life Austria" Einblicke in die Hintergründe familiärer Gewalt und deren Ursachen.
Eine Erkenntnis: Unter anderem ein ungleiches Verhältnis bei Einkommen und Arbeitszeiten in Partnerschaften erhöht das Risiko für Gewalt deutlich. Auch traditionelle Geschlechterbilder wirken gewaltfördernd.
Frau S. erlebte, was für viele unvorstellbar ist: jahrelange Gewalt im eigenen Zuhause. Ihr Lebensgefährte und Kindesvater schlug sie, bedrohte sie und schüchterte sie systematisch ein.
Besonders perfide: Er drohte, das gemeinsame Kind ins Heimatland zu bringen, sollte sie ihn verlassen. Das Kind war oft gezwungen, diese Szenen mitzuerleben.
Nach der Wegweisung des Mannes aus der gemeinsamen Wohnung suchte Frau S. Hilfe beim autonomen Frauenzentrum (aFz). Denn: Der Vater beantragte ein Kontaktrecht für das gemeinsame Kind.
Eine neue Herausforderung für die Frau. Sie musste ihm bei Gericht gegenübertreten. S. fühlte sich mit dem anstehenden Verfahren überfordert. Jahrelange Scham und Verheimlichung gegenüber der Familie hatten sie isoliert.
Das aFz bietet für betroffene Frauen ab 16 Jahren umfassende Information und persönliche Beratung. Entschließen sich Betroffene zu einer Anzeige, wird bei Bedarf eine kostenfreie psychosoziale und juristische Prozessbegleitung während eines Strafverfahrens angeboten.
So können Betroffene mit dem aFz Kontakt aufnehmen:
Tel.: 0732/602200
E-Mail: [email protected]
Die zivile Prozessbegleitung des aFz war für sie ein entscheidender Schritt. Diese Form der Unterstützung bietet Gewaltopfern eine Vertrauensperson, die sie durch die Gerichtsverfahren begleitet. Denn: Eine Wegweisung allein bedeutet für viele Frauen nicht das Ende ihres Leidenswegs. Jeder Gerichtstermin bringt Erinnerungen an erlebte Gewalt zurück und wird zu einer enormen Belastung.