Die Wogen gingen hoch, als ÖVP Wien-Chef Karl Mahrer Videos über die Zustände am Wiener Brunnenmarkt und Viktor-Adler-Markt veröffentlichte. "Syrer, Afghanen und Araber haben die Macht über den Brunnenmarkt übernommen", wetterte Mahrer und musste sich dafür "Rassismus" vorwerfen lassen.
Am Viktor-Adler-Markt sprach der VP-Chef mit vermeintlichen Passanten, die sich als Funktionäre entpuppten. Man könne sich abends nicht mehr sicher bewegen, Deutsch werde kaum mehr besprochen, so der Tenor.
Nun reagiert die SPÖ auf die vielfach diskutierten Clips. In einem satirischen Video zeigen sie die ÖVP-Zentrale in der Lichtenfelsgasse als "Ort geprägt von Chaos und Korruption sowie unethischer Machenschaften", in der "kriminelle Aktivitäten lange Tradition" hätten – mittendrin die Wiener.
In dem Clip wird auch mit "Passanten" wie dem "Wutimker aus Simmering", "Franziska aus Tirol" oder der Favoritnerin "Amalia" gesprochen. Männer in Anzügen würden Frauen nachpfeifen, von "steuerbaren Frauen" sprechen, man fühle sich nicht wohl, erzählen die Protagonisten. Es sei "gefährlich", nachts könne einem immer jemand "einen Geldkoffer in die Hand drücken."
Eine "Anrainerin" berichtet, mittlerweile wieder in Favoriten zu wohnen: "Hier bellen Hunde, Kinder weinen, es gibt Razzien, die Polizei kommt", sagt sie." Ein anderer Befragter erzählt von seiner Großmutter, die nach einem Besuch zehn Sparbücher mitbrachte: "Für ältere Damen ist es hier nicht mehr sicher", sagt er.