Derzeit kosten Österreichs Kindergärten jährlich 3,5 Milliarden Euro. Im Auftrag des Kanzleramts hat das Wirtschaftsforschungsinstitut Eco Austria den zusätzlichen Finanzbedarf errechnet. Das sind eben jene 4,5 Milliarden Euro, die der Kanzler im ORF-Sommergespräch in Aussicht gestellt hat. Reicht das tatsächlich?
Die Quote bei den Zweijährigen liegt aktuell bei 59,4 Prozent, bei Unter-Zweijährigen bei 29,9 Prozent. Die Regierung will diese Zahlen auf 90 bzw. 50 Prozent anheben.
Alleine Wien bräuchte zur Erreichung der Vorgaben 24.000 neue Plätze. Die Mehrkosten beziffert das Büro von Stadtrat Wiederkehr mit mehr als einer Milliarde bis 2030.
Die Steiermark rechnet mit 500 Millionen Euro mehr. Oberösterreich investiert 300 Millionen in die Kinderbetreuung – pro Jahr, wohlgemerkt. Selbst Vorarlberg erwartet für die nächsten Jahre Zusatzkosten von weit über 100 Millionen Euro.
Die ohnehin angespannte Personalsituation in den Kindergärten würde sich weiter verschärfen. So rechnet etwa Salzburg mit 1.000 zusätzlich benötigten Vollzeitkräften.
Viele Länder kritisieren, dass es seitens des Bundes keine näheren Informationen über die Pläne gebe. So habe es außer medialen Ankündigungen noch keine Gespräche oder gar konkrete Vorschläge gegeben.