Die Bischofskonferenz hat sich in einer gemeinsamen Stellungnahme zu den verheerenden Bränden in den Lagern von Moria geäußert. Die Kirche empfiehlt der Bundesregierung die "Aufnahme eines fairen Kontingents von Flüchtlingen". Dabei will sie sich auch Beteiligen und bietet die Unterbringung in kirchlichen Einrichtungen und Räumen an.
"Bilder des Elends schreien zum Himmel und rufen uns in eine Verantwortung, von der wir uns nicht dispensieren können", so die österreichischen Bischöfe in der Stellungnahme. Zwar dankt die Katholische Kirche der Regierung für die Unterstützungsmaßnahmen vor Ort, erklärt diese aber als bei weitem nicht ausreichend. Das hätten die jüngsten Ereignisse auf Lesbos unterstrichen.
Die Kirche sieht jeglichen politischen Hintergedanken in Anbetracht der prekären Lage völlig verfehlt. Das einzige, was nun helfe, sei Menschlichkeit und eine rasche Rettung der Geflüchteten. Die Bischöfe folgen damit dem Beispiel von Papst Franziskus, bereits vor wenigen Jahren gab es etwa humanitäre Aufnahmeprogramme für Menschen aus syrischen Elendslagern.
Die Reaktionen der Regierungsparteien sind unterdessen geteilt. Außenminister Schallenberg (ÖVP-nominiert) will keine Person aufnehmen, er will Geflüchteten keine Hoffnung machen und fürchtet zigtausende, die nachkommen würden. Innenminister Nehammer (ÖVP) spricht von gewaltbereiten Migranten, die kein Recht auf Asyl haben. Die Grünen sagen "Wir dürfen nicht länger wegsehen" und fordern eine rasche Evakuierung, Ernst-Dziedzic erklärt "Dafür sind wir alle verantwortlich". Abgeordneter Reimon zeigt sich resigniert darüber, dass Österreich wohl kein einziges Kind aufnehmen wird: "Ich hab heute versagt."