Kitzbühel: Wegen Liebe zu Sportler drehte er durch

Sie hatte einen neuen Freund, er wollte seine große Liebe zurück: Blind vor Wut und Eifersucht soll ein 25-Jähriger im noblen Tiroler Skiort ein Blutbad angerichtet haben. Die Chronologie eines Amoklaufs.
Am Sonntag gegen sechs Uhr früh betrat Franz O. (alle Namen von der Redaktion geändert) die Polizeistation im mondänen Kitzbühel, legte eine Pistole und ein großes Messer auf den Tisch und sagte ungerührt: "Ich habe gerade fünf Menschen umgebracht."

Täter schildert brutale Tat



Während Beamte zum Tatort im Ortsteil Vordergrub rasten,

schilderte der junge Mann entsetzten Polizisten haargenau die vergangenen Stunden – und ließ kein blutiges Detail aus.

Demnach hatte er am Abend zuvor seine Verflossene, Alina F. (19), in einem Lokal getroffen. Die hübsche und als Mitarbeiterin einer Baufirma als äußerst fleißig beschriebene junge Frau war in Begleitung ihres neuen Freundes, des aus Oberösterreich zugezogenen Eishockey-Stars Fabian M., seit kurzem spielt der 24-Jährige bei den Kitzbüheler "Adlern".

Holte Pistole des Bruders



Schnell kam es in der Bar zu bösen Worten, aber schließlich trollte sich Franz O. davon. Doch in dem Mann muss es gebrodelt haben: Gegen vier Uhr hämmerte er an die Tür des Hauses von Alinas Familie, wollte zu ihr.

Vater Johannes (59) öffnete – und schickte den Tobenden barsch weg. "Er ging dann zu sich nach Hause und holte aus einem Safe die Pistole seines Bruders, bevor er zu dem Anwesen zurückkehrte", berichtete Kripo-Chef Walter Pupp gestern Mittag bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz.

Wieder klopfte der 25-jährige Autofreak an die Tür – und wieder öffnete der Vater. Sekunden später erschoss Franz O. nach eigenen Angaben den hilflosen Mann. Dann machte er sich auf, um seine Wut an der ganzen Familie auszulassen: Im Kugelhagel starben Alinas Bruder Julian (25) und ihre Mama Maria (51).

Schüsse aus nächster Nähe



Ermittler Pupp: "Weil eine Verbindungstür im Haus versperrt war, kam er nicht in das Apartment seiner Ex-Freundin." Daher soll Franz O. über einen Balkon gesprungen sein, und nachdem er eine Glastür eingetreten hatte, starben die 19-Jährige und ihr neuer Freund, Fabian (24), an mehreren Schüssen aus nächster Nähe.

Für Franz O. gilt die Unschuldsvermutung. Er soll laut Ermittlern in den kommenden Tagen mehrmals einvernommen werden. Laut Fahnder Pupp wirkte er bei seinem Geständnis nüchtern.

Das ist der mutmaßliche "Kitz-Killer"



Fünf Menschen soll er erschossen haben, eiskalt und ohne Gnade im Dunkel der Nacht eine Kugel um die andere abgefeuert haben. Doch wer ist der dringend tatverdächtige Mann?

Franz O. ist gebürtiger Tiroler. "Er kommt, wie das Opfer, aus einer im Ort angesehenen Familie", sagte Bürgermeister Klaus Winkler zu "Heute". Der mutmaßliche Killer wird von allen als "eigentlich ruhiger Typ" beschrieben.

FPÖ-Fan, PS-Freak

In der Jugend kam er hie und da mit dem Gesetz in Konflikt, allerdings nie wegen Gewaltdelikten. "So eine Eskalation war jedenfalls nicht absehbar", meinte Ermittlungsleiter Walter Pupp.

Franz O. ist ein PS-Freak, postete im Web gerne Fotos von seinen Autos und von Vollgastouren mit Tachos jenseits der 200 Stundenkilometer. Er hat Fanseiten der FPÖ und ist von Ex-Minister Herbert Kickl abonniert. O. war mit Alina F. seit Jahren verlobt.

Alle Artikel zum Fünffachmord in Kitzbühel auf einen Blick >>

ThemaCreated with Sketch.Mehr zum Thema

Nav-AccountCreated with Sketch. M. Hofer, C. Oistric, A. Duric TimeCreated with Sketch.| Akt:
KitzbühelNewsÖsterreichMordAmoklaufFünffachmord in Kitzbühel