Kommt es in Wien zu einer Kläranlagen-Katastrophe?

Aus mehreren US-Städten wird vermeldet, dass die Kläranlagen aktuell stark zu leiden hätten. Weil das WC-Papier knapp ist, greifen die Menschen zu Alternativen. Droht ein ähnliches Fiasko auch in Wien?

Die Corona-Pandemie brachte in der Vergangenheit schon so manch skurril anmutende Szene mit sich. Vor allem Hamsterkäufe sorgten für teils heftiges Kopfschütteln auf der einen, leere Regale im Supermarkt auf der anderen Seite.

Besonders beliebt dabei: Nudeln und WC-Papier. Nahezu jeder, der in den vergangenen Tagen einen Supermarkt betreten hat, hat wahrscheinlich schon mitbekommen, dass speziell die Regale, in denen für gewöhnlich das Toilettenpapier gelagert wird, mitunter ganz schön verwaist sind.

T-Shirts als Ersatz für WC-Papier

Dieses Problem ist nicht nur in Österreich, sondern weltweit als solches dokumentiert, wie diese Szenen aus einem australischen Supermarkt beweisen. In den USA hatte die WC-Papier-Knappheit in einigen Haushalten zu negativen Effekten bei den Kläranlagen geführt.

In der nordkalifornischen Stadt Redding etwa griff die Bevölkerung zu Alternativen. Neben Feuchttüchern und Küchenrolle, sollen einige Menschen in ihrer Not zu zerschnittenen T-Shirts gegriffen haben, um das zu erledigen, was für gewöhnlich die Aufgabe von Klopapier ist. Das blieb freilich nicht ohne Konsequenzen für die dortige Kläranlage. Ein eigens herbeigerufener Reperaturtrupp konnte Schlimmeres verhindern.

Droht ein ähnliches Szenario auch in Wien?

Diese kuriose Begebenheit brachte "Heute" dazu bei der Wiener Kläranlage nachzufragen, ob es in der Bundeshauptstadt hierzulande ähnliche Tendenzen zu beobachten gibt. Im Gespräch mit "Heute" beruhigte Pressesprecher Karl Wögerer: "Ich kann Sie beruhigen, in Wien existiert dieses Problem nicht".

Grund dafür sind riesige Schneckenpumpen, die das Abwasser heben. Diese 13 Meter langen "Ungetüme" mit einem Durchmesser von mehr als drei Meter sind extrem robust. Das auf diese Weise gehobene Abwasser durchläuft dann zwei Rechen. "Unsere Grobrechen (Stababstand 8 mm) und die anschließenden Feinrechen (Stababstand 3 mm) holen alle Feststoffe aus dem Abwasser. Sinn der Übung ist es, die nachfolgenden Anlagenteile vor Beschädigungen zu schützen. In den Rechen würden also auch die zweckentfremdeten Textilien hängen bleiben", versichert Wögerer.

Im "Heute"-Talk wies der Pressesprecher darauf hin, dass die Thematik zumeist mit Feuchttüchern aufkomme. Aber auch mit ihnen habe Wiens Kläranlage keinerlei Probleme. Eigentlich selbstverständlich, aber der Form wegen dazugesagt sei, dass in einer Toilette nichts außer den menschlichen Ausscheidungen und ein wenig Toilettenpapier runtergespült werden darf.

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