Kleinunternehmer klagen: 'Uns trifft das Virus brutal'

Das Coronavirus trifft besonders die kleinen Firmen mit voller Härte, einige haben mit bis zu 90 Prozent weniger Aufträgen zu rechnen.

Eine Krisensitzung jagt die andere. Tourismus und Flugunternehmen wie Austrian Airlines stehen mit dem Rücken zur Wand. Die AUA muss bis zu 50 Prozent ihrer Strecken bis mindestens April streichen. Denn nun sind nicht nur Italien-Flüge gecancelt, sondern auch Destinationen wie Manchester, Nürnberg oder Sankt Petersburg. Lauda reduziert um 30 Prozent. Auch die ÖBB muss Fernzüge nach Italien komplett ausfallen lassen.

Enorme Umsatzeinbußen sind die Folge. Ebenso Kurzarbeit. Die bisher vorhandenen 20 Millionen Euro im AMS-Budget wurden bereits aufgebraucht. Noch härter trifft es jedoch die 337.000 Klein- und Mittelbetriebe, oftmals in Familienbesitz.

Dies betrifft etwa Birgit Ottendorfer: Die 38-Jährige hat mit ihrem Mann den gleichnamigen Wiener Cateringbetrieb ihrer Eltern übernommen. "Unser kleiner Brötchenservice ist sehr stark betroffen. 90 Prozent der Aufträge wurden kurzfristig storniert", stöhnt die Unternehmerin. "Meine Mutter hatte das Geschäft fast 40 Jahre und meint, dass es einen solchen Einbruch wie jetzt noch nie gegeben habe."

Besonders in der Kunst- und Kulturszene stehen wegen Corona viele Selbstständige vor dem finanziellen Ruin. Auch Esther Palka, Besitzerin der Werbeagentur Palka Communications, spürt die Flaute stark: "Ein Event nach dem anderen wird abgesagt. Durch die Schul- und Kindergartenschließungen wird es noch schwieriger. Ich versuche nun auf Facebook eine Plattform zu etablieren, auf der Kunstschaffende ihre Veranstaltungen anteasern und im Livestream zeigen können."

Dass viele Veranstaltungen ausfallen, trifft auch die Fotografin Jana Madzigon ins unternehmerische Mark: "Bis zum Wochenbeginn war meine Auftragslage sehr gut, dann folgte Absage auf Absage. Zum Glück hatte ich in letzter Zeit viele Jobs – damit kann ich meine Fixkosten für die nächste Zeit decken."

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