Umfrage

Klimafrage könnte US-Wahlkampf entscheiden

Jeder dritte Amerikaner unterstützt laut Umfragen Kandidaten, die sich fürs Klima einsetzen. Eine Chance für Vizepräsidentin Kamala Harris.
Bernd Watzka
30.07.2024, 11:18
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Jüngsten Umfrage-Ergebnissen zufolge haben mehr als ein Drittel der registrierten US-Wähler (rund 160 Millionen Menschen) eine "Pro Klima"-Einstellung - das heißt, sie bevorzugen Präsidentschaftskandidaten, die Maßnahmen gegen die globale Erwärmung unterstützen. Der Klimawandel ist für diese Gruppe generell ein wichtiges Thema.

„Wir sehen, dass die Amerikaner im Verhältnis von vier zu eins Kandidaten unterstützen, die etwas gegen den Klimawandel unternehmen“
Anthony LeiserowitzYale-Programmleiter

Kandidat sollte Pro-Klima-Haltung haben

Die jüngste Klima-Umfrage der renommierten Yale-Universität ergab zudem, dass weitere 25 Prozent der Wähler Kandidaten bevorzugen, die den Klimaschutz unterstützen, obwohl sie selbst nicht sagen, dass das für sie ein wichtiges Wahlthema sei. Nur etwa 15 Prozent der Wähler gaben an, sie wollten Kandidaten, die den Klimaschutz ablehnen.

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Die Zustimmung zum Klimaschutz ist überwältigend: "Wir sehen also, dass die Amerikaner im Verhältnis von mehr als vier zu eins eher Kandidaten unterstützen, die etwas gegen den Klimawandel unternehmen", sagte Yale-Programmleiter Anthony Leiserowitz zum US-Magazin "Newsweek".

"Globale Erwärmung ist großteils vom Menschen verursacht": Je dunkler das Orange, desto mehr Ja-Stimmen gibt es.
Yale Program for Climate Change Communication

Zünglein an der Waage

Wer mobilisiert die Wähler besser? Leiserowitz sagte, die Umfragen zeigten, dass der Klimawandel bei einer knappen Wahl ein potenziell entscheidendes Thema sei. Wichtige demografische Gruppen, wie junge Wähler, könnten damit motiviert werden.

Fakt ist also: In einem politischen Umfeld, in dem knappe Wahlen von der Fähigkeit eines Kandidaten abhängen können, seine Wählerbasis zu mobilisieren, spielt der Klimawandel eine große Rolle.

Klima für Demokraten wichtig

Aus den Umfragedaten von Yale geht hervor, dass der Klimawandel besonders für die Demokraten über mehrere Wahlperioden hinweg das wichtigste Wahlthema geblieben ist, während die Bedeutung anderer Themen einmal stieg und einmal fiel.

Latinos unterstützen Klimaschutz

Die Ergebnisse der Umfrage stünden auch im Widerspruch zu konventionellen politischen Vorstellungen darüber, welche Wähler durch Klimasorgen motiviert seien, ergänzte Leiserowitz.

"Viele Menschen gehen davon aus, dass dies ein Thema ist, das nur weiße, gut ausgebildete, einkommensstarke, Latte Macchiato schlürfende Liberale interessiert", sagte er, "aber das entspricht nicht der Wahrheit."

Die Yale-Umfrage ergab, dass die Befragten hispanischer oder lateinamerikanischer Herkunft am ehesten zu den klimafreundlichen Wählern gehörten. "Sie machen sich mehr Sorgen darüber, sie unterstützen die Maßnahmen stärker und sind eher bereit, sich persönlich zu engagieren", sagte Leiserowitz.

Unterschiede bei Republikanern

"Der interessante Generationsunterschied besteht eigentlich innerhalb der Republikaner", sagte Leiserowitz. Jüngere Republikaner, die Yale befragte, sind viel stärker davon überzeugt, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wird, als ältere Wähler der Partei.

Trump als Klimawandelleugner

Der ehemalige Präsident Donald Trump bezeichnete den Klimawandel mehrmals als Schwindel, ließ die USA aus dem internationalen Klimaabkommen von Paris austreten und kündigte unter anderem an, die staatliche Unterstützung für Elektrofahrzeuge und Windkraft zu beenden.

Die Umfrage weist aber auch auf ein Problem für die Demokraten hin: Nur wenige Wähler gaben an, viel über die Maßnahmen der Regierung gegen den Klimawandel zu wissen. Nur 39 Prozent aller Wähler sagten demnach, sie hätten "einige" oder "viele" Informationen darüber.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 30.07.2024, 12:05, 30.07.2024, 11:18