Jürgen Klopp hat ein Interview nach einer Frage zu den umstrittenen und womöglich rassistischen Aussagen von TV-Experte Bastian Schweinsteiger abrupt beendet. Der frühere Liverpool-Coach zeigte sich sichtlich genervt, ließ die Journalisten plötzlich stehen und brach das Interview plötzlich ab.
Auslöser waren Schweinsteigers Kommentare nach der 1:2-Niederlage der Elfenbeinküste gegen Deutschland. Der Ex-Teamspieler hatte den Auftritt der Ivorer als "afrikanischen Fußball" beschrieben – "ein bisschen unorthodox, manchmal etwas wild, nicht ganz so taktisch". Die Aussagen wurden in sozialen Netzwerken und von zahlreichen Beobachtern als rassistisch kritisiert.
Ein Reporter der "Deutschen Welle" wollte von Klopp wissen, wie er die Debatte bewertet. Der ehemalige Liverpool-Trainer blockte jedoch sofort ab. "Und jetzt wollen Sie dieses Thema weiterführen. Nein, nein – ich habe überhaupt keine Chance, diese Frage zu beantworten", reagierte Klopp gereizt.
Klopp wollte sich nicht in die Diskussion hineinziehen lassen. "Es ist nicht meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das allen gefällt. Aber das ist ein ernstes Thema und ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal, was man dazu überhaupt angemessen sagen kann."
Besonders irritiert zeigte sich der 58-Jährige darüber, dass ausgerechnet ein deutscher Journalist das Thema ansprach. "Gott sei Dank dachte ich, niemand würde mich danach fragen. Aber Sie haben den Moment gefunden – und ausgerechnet Sie sind Deutscher. Das überrascht mich wirklich sehr."
Kurz darauf brach Klopp das Interview ab und ging wortlos davon. Schweinsteiger selbst hat sich zu der heftigen Kritik bislang nicht geäußert. Unterstützung erhielt der ehemalige Bayern- und Manchester-United-Star allerdings vom deutschen Journalisten und Autor Phillipp Awounou. Dieser betonte gegenüber dem Spiegel, Schweinsteiger sei kein Rassist.
Gleichzeitig bezeichnete Awounou die Wortwahl des Ex-Nationalspielers aber als problematisch. Begriffe wie "wild" oder "unorthodox" seien historisch mit Klischees über Menschen afrikanischer Herkunft belastet und könnten deshalb als stereotype Zuschreibungen verstanden werden.