Knalleffekt – Supermärkten gehen erste Lebensmittel aus

Leere Regale, ausverkaufte Produkte: Erste Supermärkte müssen ihre Waren kontingentieren.
Leere Regale, ausverkaufte Produkte: Erste Supermärkte müssen ihre Waren kontingentieren.CIRO FUSCO / EPA / picturedesk.com
Knalleffekt in den Supermärkten: Nicht nur die Preise explodieren, die ersten Ketten müssen Waren kontingentieren, einiges ist nicht mehr erhältlich.

Brisante Daten liefert ein neues Briefing-Papier des Handelsverbands zu den Folgen des Ukraine-Krieges und der Inflations-Explosion. "Generell ist die Lieferqualität schon seit März 2020 – also seit COVID19-Beginn – deutlich herausfordernder geworden als vor der Pandemie. Seither gehören Lieferengpässe bzw. zumindest Lieferverzögerungen fast zum Alltag, ebenso ein massiver Anstieg der Rohstoffpreise", heißt es in dem Papier, das "Heute" vorliegt.

Engpässe quer durch das Sortiment

Der Handel reagiert dabei teils kreativ auf die steigenden Liefer- und Energiekosten. So wird davon berichtet, dass "viele Händler ihre Beleuchtung sukzessive auf LED" umstellen und auf Energiespar-Konzepte wie "Impulskühler an der Kassa" setzen würden. Deutlich seien Verfügbarkeitsengpässe zu bemerken, vor allem bei Babynahrung, Windeln, Mehl, Kaffee, Konserven und Dosenwaren aller Art, Reis, Nudeln, Hygieneartikel, Toilettenpapier und Sonnenblumenöl.

"Mittelfristig ist fallweise mit lokal begrenzten Lieferengpässen, quer durch das Sortiment, zu rechnen", heißt es im Papier. "Das betrifft abgesehen von den bereits genannten Artikeln insbesondere Milch und Milchmischgetränke, Öle wie Sonnenblumenöl und Rapsöl, Gemüsekonserven, Obstkonserven wie Ananas und Pfirsiche, Tomaten, Fleischkonserven, Fertiggerichte, Teigwaren, Couscous, Gebäck sowie Geflügel und Fleisch", so der Handelsverband.

Komplettausfälle einzelner Fertigprodukte

Erst heißt es im Papier, "die flächendeckende Versorgung der österreichischen Bevölkerung ist aber weiterhin vollumfänglich sichergestellt, es muss sich niemand Sorgen machen", doch dann gibt es ein Knaller-Update" "Einige Handelsketten haben mittlerweile Kontingentierungen bei Öl und Toilettenpapier. Hier bekommen die Händler nur die durchschnittliche Menge des Vorjahres und keine erhöhten Mengen. Bei Konserven kann momentan bis zu ein Viertel der Kundennachfrage nicht bedient werden."

Bei Fertigprodukten von Nestle, Unilever und Co. würden gar einzelne Artikel auch komplett ausfallen, so der Bericht. Der Handelsverband appelliert deswegen, von Hamsterkäufen abzusehen. Der Appell geht an alle Kunden, "sich untereinander solidarisch zu verhalten und Produkte nur in haushaltsüblichen Mengen einzukaufen. Auf diese Größenordnung sind die Produktionsmengen und die Lieferlogistik der gesamten Lebensmittelkette ausgerichtet".

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