Corona-Knalleffekt wenige Stunden vor der so wichtigen Omikron-Sitzung im Kanzleramt. Wie "Heute" erfuhr, nehmen die Länderchefs, die schon ihre Reise nach Wien geplant hatten, per Videokonferenz teil. Dies sei nie anders geplant gewesen, sagt das Kanzleramt hingegen. Johanna Mikl-Leitner (VP) aus Niederösterreich hätte ohnedies nicht kommen können. Sie ist Kontaktperson, da ihre Tochter aktuell infiziert ist.
Um 11.00 Uhr stehen Nehammer, Mückstein und Kogler Medienvertretern dennoch für einen Kameraschwenk zur Verfügung – immerhin tritt das neu geschaffene GECKO-Team auf den Plan. Es werde wie die Regierungsspitze physisch dabei sein. Indes wird langsam auch offenkundig, warum es Kanzler Karl Nehammer am Freitag so eilig hatte, das nunmehr 16. Corona-Gremium (es hat keinerlei Handlungsspielraum) zu lancieren. Wann immer die Regierung keine Antwort auf Fragen – etwa zu einem neuen Lockdown oder Einreiseverschärfungen – geben möchte, beruft sie sich jetzt auf GECKO. "Ich möchte GECKO nicht vorgreifen", so Gesundheitsminister Mückstein am Dienstag wiederholt in einer Pressekonferenz.
Und sonst so? Man weiß, dass man noch nicht sehr viel weiß über Omikron, gestand Mückstein ein. Etwa, ob es schwerere Krankheitsverläufe verursache. Kommt ein Einreiseverbot für Touristen aus Großbritannien? "Es ist eine Möglichkeit, die wir besprechen", wand sich Mückstein. Und, ja, man habe GECKO mit der Thematik betraut. Wie auch immer: "Wir werden Omikron nicht aufhalten können", betonte der Grünen-Minister. Immerhin eine Erkenntnis. "Auch Geimpfte und Genesene können sich mit Omikron infizieren", konstatierte der Mediziner – überraschenderweise ohne sich in diesem Fall auf GECKO zu berufen. "Wir bereiten uns auf hohe Fallzahlen im Jänner vor", ließ er die Bevölkerung dann noch wissen? Wie? Sie werden es erraten haben – GECKO...
Auch im Kanzleramt zeigte man sich nebelgrantig und wollte auf die Sitzung nicht eingehen. Selbst die Teilnehmer von Regierungsseite werden als mittleres Staatsgeheimnis gehandelt. Hinter den Kulissen rechnen Insider – wie von "Heute" berichtet – jedenfalls damit, dass man sich auch in Österreich auf neue Lockdowns im Jahr 2022 vorbereitet. "Heute"-Infos zufolge soll auch über zusätzliche Notbetten in der Omikron-Welle gesprochen werden. Laut Corona-Kommission soll sie in "einer bisher in Stärke und zeitlicher Dynamik nicht gekannten Form" auftreten.
Falls GECKO grünes Licht gibt, ist für 13.30 Uhr eine Pressekonferenz geplant. Hier sollen die Ergebnisse der Beratungen bekanntgegeben werden. Sofern es welche gibt.