Oberösterreich

Knappe Mehrheit ist in IMAS-Umfrage für die Impfpflicht

Eigentlich gilt sie bereits, trotzdem ist sie umstritten: die Impfpflicht. Doch: Was sagen die Oberösterreicher dazu? OÖ gab eine Umfrage in Auftrag.
Armin Bach
10.02.2022, 12:15

Seit Anfang Februar gilt in Österreicher die Impfpflicht. Gegen Corona impfen lassen müssen sich alle Personen über 18, allerdings gibt es Ausnahmen (wir berichteten). Für alle, die keine Impfbefreiung bekommen, gilt: Bis 15. März müssen sie die Corona-Impfung nachholen, sonst werden sie gestraft.

Schon vor Einführung war die Impfpflicht umstritten. Und daran hat sich seit Einführung nichts geändert. Das Land Oberösterreich wollte jetzt in einer IMAS-Umfrage (1.105 Befragte im Alter ab 16; telefonische und Online-Befragung zwischen 12. und 21. Jänner; Schwankungsbreite +/- 2,9 Prozent) wissen, was die Oberösterreicher zur Impfpflicht sagen.

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54 Prozent halten die Impfpflicht für richtig

LH-Vize und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) stellte in einer Pressekonferenz Donnerstagmittag das Ergebnis vor: Insgesamt sind 54 Prozent dafür. 32 Prozent halten sie für "sehr richtig", 22 Prozent  für "eher richtig". 43 Prozent sind dagegen, 30 Prozent sagen, sie sei "sehr falsch", 13 Prozent finden, sie sei "eher falsch". 3 Prozent machten keine Angabe.

Auffällig: Vor allem die Personengruppe 65+ hält die Impfpflicht für "sehr richtig" bzw. "eher richtig" (71 Prozent), während die 30- bis 49-Jährigen eher finden, dass sie "sehr falsch" bzw. "eher falsch" ist.

Laut IMAS glauben die Oberösterreicher mehrheitlich, dass die Corona-Impfung zentrales Werkzeug in der Bekämpfung der Corona-Krise ist, rund vier Fünftel der Oberösterreicher ab 16 gaben an, dass sie mindestens einmal geimpft sind. Allerdings: Mit der Impfpflicht seien eben viele nicht einverstanden.

Viele Ungeimpfte wollen auch keinen Totimpfstoff

Interessant auch: Die große Mehrheit der Ungeimpften (nur 65 Prozent der Oberösterreicher sind aktuell vollimunisiert) will sich auch weiter nicht impfen lassen. 82 Prozent sind trotz Impfpflicht "überhaupt nicht an einer Impfung interessiert".

Und: Die meisten Ungeimpften würden sich selbst mit einem Totimpfstoff wie Novavax nicht impfen lassen: 42 Prozent sagen klar "Nein" in der Umfrage, nur 26 Prozent würden sich mit einem Totimpfstoff impfen lassen. Und 33 Prozent wissen es noch nicht.

„"Wollen ungeimpfte Menschen überzeugen"“

LH-Vize und Gesundheitsreferentin Christine Haberlander: "Eine große Mehrheit der Landsleute hat sich seit Verfügbarkeit des Corona-Impfstoffs gegen das Virus impfen lassen und schützt damit nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die der anderen. Wir wollen die Ängste und Sorgen der Menschen aufgreifen und darauf eingehen, indem Mediziner über den Nutzen der Corona-Schutzimpfung informieren und aufklären. Auf Basis der aktuellen Umfrageergebnisse wollen wir eine neue Informations- und Aufklärungskampagne auf unterschiedlichsten Kanälen starten, um die Menschen von der Sinnhaftigkeit und Wichtigkeit der Schutzimpfung zu überzeugen."

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