Borussia Dortmund ging eigentlich mit einem komfortablen 2:0-Vorsprung ins Play-off-Rückspiel zum Achtelfinale in der Champions League, am Ende steht aber Atalanta Bergamo als Sieger da, nachdem der BVB ohne ÖFB-Star Marcel Sabitzer, der auf der Bank schmorte, einen erschreckend schwachen Auftritt bot.
Gianluca Scamacca (5.), Davide Zappacosta (45.) und Mario Pasalic (57.) schossen die Norditaliener hochverdient klar in Front. Karim Adeyemi verkürzte in der 75. Minute zum zwischenzeitlichen 1:3 – das hätte für die Verlängerung gereicht.
Doch in der Nachspielzeit wurde es so richtig turbulent. Weil der sonst so sichere Gregor Kobel im BVB-Tor schwer patzte. Gut 20 Meter vor seinem Kasten hatte er einen Ball angenommen, dann einen haarsträubenden Fehlpass gespielt, direkt in die Beine von Mario Pasalic. Der brachte Atalanta in eine gute Angriffsposition, seine Flanke in den Strafraum segelte über Kobel und Ramy Bensebaini hinweg. Der BVB-Abwehrspieler versuchte, mit hochgezogener Ferse hinter seinem Rücken zu klären. Und traf Nikola Krstovic, der zum Kopfball angesetzt hatte, an der Stirn. Der Bergamo-Kicker blutete. Für Bensebaini gab es nach Überprüfung des Video-Referees Gelb-Rot. Den fälligen Elfmeter verwertete Lazar Samardzic (90+8.) – 4:1 und damit das Aus für den BVB. Nico Schlotterbeck sah auf der Bank noch Rot (90+7.).
"Es waren schon Kacktore. Das darf nicht passieren. Kein Vorwurf an irgendeinen Spieler, aber wenn du so viele individuelle Fehler machst, dann wird es schwer", schüttelte Dortmunds Kapitän Emre Can bei "DAZN" den Kopf.
Für die Schwarz-Gelben ist es vor dem Klassiker am Samstag gegen Bayern München (18.30 Uhr) ein herber Rückschlag.