Es sind zwei aktuelle Episoden aus der heimischen Gastronomie, sie können aber wohl als zeitlos betrachtet werden. Beide wurden von der AK dokumentiert.
Eine Kellnerin war demnach für fast einen Monat in einem Linzer Gastronomiebetrieb angestellt und arbeitete dort Vollzeit. Ihr Arbeitgeber jedoch hatte sie nur für einen Zeitraum von zwei Wochen und außerdem geringfügig angemeldet.
Im zweiten Fall war ein Mann in einem Linzer Betrieb für acht Monate lang in der Küche, im Service und als Zusteller tätig. Er arbeitete ebenfalls Vollzeit, bekam aber nur einen Teilzeit-Lohn ausbezahlt: 40 Stunden gearbeitet, nur 15 davon bezahlt.
Viele Probleme seien hausgemacht, an Baustellen mangele es laut Stellungnahme der AK in der Gastrobranche nicht: neben unattraktiven Arbeitszeiten, schlechten Arbeitsbedingungen und niedriger Bezahlung wurden ebenfalls falsche Einstufungen, mangelhafte Abrechnungen und systematische Unterentlohnung genannt.
In ihrer aktuellen Aussendung wies die Arbeiterkammer Oberösterreich auf diese zwei realen Vorfälle hin und kritisierte solche Vorgehensweisen in der Gastronomie scharf: "Wenn die Beschäftigten in einer ohnehin schon schlecht zahlenden Branche wie der Gastronomie dann auch noch um ihre Ansprüche geprellt werden, darf man sich nicht wundern, wenn dort immer weniger Menschen arbeiten wollen", so Andreas Stangl, AK OÖ-Präsident. Doch Stangl kritisiert nicht nur spezielle arbeitsrechtliche Verfehlungen, sondern darüber hinaus auch einen schlechten Umgang mit dem Gastro-Nachwuchs.
Die Faktenlage dazu sei mehr als eindeutig, so brechen zum Beispiel fast 45 Prozent der Lehrlinge ihre Ausbildung zum Restaurantfachmann ab, es gäbe keine andere Branche mit einer höheren Lehrabbruchsquote. "Hier wird viel Fachkräftepotenzial vergeudet" meint Stangl dazu.
Um sich vor Augen zu führen verweist Stangl auf zwei Zahlen: drei Prozent der Beschäftigten in Oberösterreich arbeiten in der Gastronomie, während 15 Prozent der arbeitsrechtlichen Beratungen in der AK OÖ diese Beschäftigten betreffe.
Für ihn ein eindeutiger Hinweis: "Das zeigt, dass Arbeitsrechtsverstöße in der Gastronomie vielfach auf der Tagesordnung stehen."