Der niederländische König Willem-Alexander hat sich in einer bewegenden Ansprache der dunklen Kolonialgeschichte seiner Familie gestellt. An der Universität Leiden nahm er die Ergebnisse einer jahrelangen Untersuchung entgegen.
Rund 60 Forschende hatten die Kolonialvergangenheit des Hauses Oranien-Nassau unter die Lupe genommen. Die Erkenntnisse sind erschütternd: Statthalter und Könige unterstützten aktiv Ausbeutung, Gewalt und den Sklavenhandel.
Nach Angaben von "Gala" zeigt sich der 59-jährige Monarch sichtlich berührt: "Ich bin davon überzeugt, dass das Wissen um die Vergangenheit entscheidend ist, um die Gegenwart zu verstehen."
Die Studie belegt, dass die königlichen Vorfahren Widerstände gegen das koloniale System aktiv niederschlugen. "Damit trugen sie Mitverantwortung für dessen Fortbestand", heißt es in dem Bericht.
Willem-Alexander sprach von einer "erschütternden und konfrontierenden Schlussfolgerung", die ihn berührt. Das Königshaus hatte die Untersuchung selbst in Auftrag gegeben.
Der König gab auch ein klares Versprechen ab: "Ich kann die Vergangenheit nicht ändern. Aber ich kann nach besten Kräften einen positiven Beitrag zur Gegenwart und zur Zukunft leisten." Die Aufarbeitung soll kein Schlusspunkt sein, sondern der Beginn eines Weges der Heilung.