Mensch und Maschine

Können wir ohne KI noch selbst denken?

KI-Assistenten sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch was macht das mit unserem Denken - und mit uns selbst?
Technik Heute
04.10.2026, 20:07
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Rund 40 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren nutzen bereits täglich KI-Assistenten wie ChatGPT. Tendenz: stark steigend. Die smarten Helfer planen unseren Alltag, beantworten Fragen und übernehmen immer mehr Denkarbeit für uns.

Das geht mittlerweile so weit, dass OpenAI-Chef Sam Altman im Sommer 2026 Eltern auf der Plattform X empfahl, ihre Familienkalender mit ChatGPT zu verbinden. So könnten Kinder auf dem Schulweg mit individuell zugeschnittenen Podcasts beschallt werden - statt mit ihnen zu reden.

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"Unsere besten Maschinen sind aus Sonnenschein gemacht", schrieb die Cyborg-Theoretikerin Donna Haraway einst, nach Angaben von heise online. Alles Schmutzige an der Technik - Serverfarmen, Fabriken, Stromverbrauch - verschwinde aus unserem Blickfeld. Bei uns bleiben nur noch elegante Eingabefelder und freundliche Stimmen.

Verschmelzung ohne Operation

Die Sci-Fi-Autorin und Medizininformatikerin, die den heise-Artikel verfasste, hatte sich die Verschmelzung von Mensch und Maschine früher ganz anders vorgestellt: physisch, mit Hirnimplantaten. Doch die heutige Integration läuft viel sanfter - über Software, die sich unmerklich in unser Denken einnistet.

Je intimer die KI mit uns verbunden ist, desto nützlicher wird sie. Sie soll mit unseren Gedanken vertrauter sein als wir selbst. Nach kurzer Zeit fühlen sich KI-Assistenten an wie ein integraler Teil unseres Denkens. Ideen, die eigentlich die Maschine hatte, erscheinen uns als unsere eigenen.

Ältere vertrauen mehr auf sich selbst

Studien zeigen: Bei Planungs- und Ablaufaufgaben lagern Menschen ihr Denken am stärksten an die KI aus. Ältere Beschäftigte behalten dabei mehr Selbstvertrauen als jüngere. Berufliche Erfahrung scheint eine schützende Funktion zu haben - je mehr jemand weiß, desto leichter fällt es, der KI zu widersprechen.

Doch was passiert, wenn wir Fähigkeiten auslagern, die wir bisher nur unserem eigenen Gehirn zugerechnet haben? Die Antwort darauf muss jeder selbst finden: Gelegentlich abschalten, um herauszufinden, was an eigenen Ideen und Wünschen noch da ist.

tec,04.10.2026, 20:07