Fussball

"Könnte alles tun!" Ryan Giggs drohen 5 Jahre Gefängnis

Ex-Fußballstar Ryan Giggs muss sich wegen häuslicher Gewalt vor Gericht verantworten. Dem 48-Jährigen drohen bis zu fünf Jahre Knast.
20 Minuten
10.08.2022, 07:21
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Weil er seine ehemalige Lebensgefährtin körperlich angegriffen sowie über Jahre hinweg übermäßiger Kontrolle unterworfen haben soll, muss sich der walisische Fußball-Star Ryan Giggs seit Montag vor Gericht verantworten. Der langjährige Spieler von Manchester United weist die Vorwürfe zurück, trat aber im Juni als Nationaltrainer von Wales zurück. Sollte der 48-Jährige schuldig gesprochen werden, drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft.

Giggs betrat mit ernster Miene und flankiert von seinem Anwaltsteam das Gerichtsgebäude in Manchester. Für den ersten Prozesstag war die endgültige Auswahl der Geschworenen sowie das Eröffnungsplädoyer von Anklagevertreter Peter Wright vorgesehen. Nach Angaben von Richterin Hilary Manley ist der Prozess auf zwei Wochen angesetzt, könnte aber länger dauern.

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Nackt aus Hotelzimmer geworfen

Giggs wird vorgeworfen, am 1. November 2020 seine damalige Partnerin Kate Greville während eines Streits angegriffen und körperlich verletzt zu haben – genauer gesagt soll er ihr einen Kopfstoß versetzt haben. Zuvor hatte er ihr ein SMS geschrieben, in dem stand: "Ich bin so verdammt wütend, ich könnte alles tun." Giggs wird vorgeworfen, er habe sie attackiert, als sie ihre Koffer packen wollte. Sie wollte ihn verlassen, weil er sie mehrfach betrogen hatte.

Der Waliser soll sie zudem in den Rücken getreten und sie nackt aus einem Hotelzimmer geworfen haben. Zudem habe er sie damit erpresst, er würde intime Bilder von ihr an ihre Freunde und Arbeitskollegen schicken. Auch Grevilles jüngere Schwester Emma soll er angegangen sein. Die Polizei war damals zu seinem Haus gerufen worden. Giggs wurde kurzzeitig festgenommen und gegen Auflagen wieder freigelassen.

Der Starfußballer wird zudem beschuldigt, seine Lebensgefährtin während ihrer dreijährigen Beziehung einer zwanghaften Kontrolle unterworfen zu haben, was in Großbritannien als häusliche Gewalt angesehen wird. Unter anderem soll er sie "isoliert, gedemütigt, herabgesetzt und schikaniert" haben. Bei einer Voranhörung im April vergangenen Jahres hatte Giggs auf unschuldig plädiert. Er wird im Prozess von der United-Trainer-Legende Alex Ferguson und Ex-Spieler und Teamkamerad Gary Neville unterstützt.

Er will Namen reinwaschen

Nach seiner kurzfristigen Festnahme hatte Giggs sein Amt als walisischer Nationaltrainer ruhen lassen. Im Juni trat er mit der Begründung zurück, er wolle nicht, dass die Vorbereitungen seines Teams auf die Weltmeisterschaft in Katar durch das "anhaltende Interesse" an seinem Fall beeinträchtigt würden. Er könne es aber kaum erwarten, seinen Namen "reinzuwaschen".

In seiner mehr als 23-jährigen Fußballer-Karriere bei Manchester United gewann Giggs 13 Premier-League-Titel und zweimal die Champions League. Im Januar 2018 wurde er Chefcoach der walisischen Mannschaft. Ihr half er unter anderem, sich erstmals wieder seit Jahren für die Europameisterschaft 2020 zu qualifizieren.