Köhlmeier bietet Strache Hilfe gegen rechte Recken

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP), Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ), Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) bei der Rede von Köhlmeier.
Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP), Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ), Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) bei der Rede von Köhlmeier.Bild: Screenshot ORF
Wegen seiner Gedenkfeier-Rede steht Autor Michael Köhlmeier weiter im Mittelpunkt. In der "ZiB2" legte er nun nach und wehrte sich gegen Kritik.
ORF-Moderator Armin Wolf lud am Dienstagabend Köhlmeier zum Interview ein und nahm zur scharfen Kritik der Regierungsmitglieder an seiner Rede zum Gedenken an die Opfer der Nazis im Parlament Stellung. So heftige Reaktionen habe er nicht erwartet, so Köhlmeier, "ich hab die heftigen Gegenreaktionen schon erwartet. Das war vielleicht auch der Grund, warum ich mir das lange überlegt habe, ob ich dort sprechen soll".

"Das habe ich nicht getan"

Er habe schließlich gewusst, was er sagen will, doch "dass da so ein enthusiatistischer Fürspruch da war, das habe ich nicht erwartet". Zentrale Sätze der Rede waren etwa "Was wirst Du zu jenen sagen, die hier sitzen und einer Partei angehören, von deren Mitgliedern immer wieder einige nahezu im Wochenrhythmus naziverharmlosende oder antisemitische oder rassistische Meldungen abgeben" und "Zum großen Bösen kamen die Menschen nie mit einem Schritt. Nie. Sondern mit vielen kleinen. Von denen jeder zu klein schien für eine große Empörung. Erst wird gesagt, dann wird getan."

Dass die FPÖ ihm daraufhin eine "ungeheuerliche Verharmlosung des Nationalsozialismus" vorwarf und Kanzler Sebastian Kurz einen Vergleich mit Nazis sah, kann Köhlmeier nicht nachvollziehen: "Das habe ich nicht. Ich sage einfach, das ist nicht wahr. Und er weiß das, dass das nicht wahr ist." Den Vergleich von Kurz ("Es hat auch damals schon Menschen gegeben, die sich damit brüsteten, Fluchtrouten geschlossen zu haben") habe nicht Köhlmeier gezogen, sondern "die Zeit". Eigentlich müsste er auf eine solche Kritik gar nicht antworten, weil er einen solchen Vergleich nicht getroffen habe.



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Nachdem Köhlmeier auch in Medien-Kommentaren für seine Kritik an der FPÖ selbst kritisiert wurde, wollte er sein Statement zu den Freiheitlichen noch in der Sendung ausweiten. So sicherte Köhlmeier dem Vizekanzler "jede Unterstützung, die Herr Strache benötigt von meiner Seite, um in seiner Partei diese alten Nazielemente wegzudrängen" zu, "das möchte ich gerne tun". In "gewisser Weise" nimmt Köhlmeier Strache auch ab, dass er es ernst meine mit der Umgestaltung der FPÖ, "das berührt mich auch".

Köhlmeier nochmals: "Sollte er in irgendeiner Weise Unterstützung benötigen von meiner Seite gegen diese rechten Recken in seiner Partei, ich stehe sofort da und sei es mitten in der Nacht." Um Köhlmeier zu überzeugen, sollte Strache "nicht reflexartig jeden verteidigen in seiner Partei", sondern "wieder Mut zeigen", wie er es bei der Akademikerballrede getan habe, als er den Antisemitismus verurteilte. Mutig sei das gewesen, "denn er kann gestürzt werden von seinen eigenen Leuten". (red)

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