Heute: Herr Kolba, wie geht's denn jetzt weiter?
Peter Kolba:Wir werden am Donnerstag mit acht Abgeordneten angelobt werden.
Heute: Ohne Pilz?
Kolba:Das weiß ich nicht. Wir alle versuchen ihn zum Rücktritt vom Rücktritt zu überreden.
Heute: Pilz will aber offenbar fix zurücktreten.
Kolba: Das werden wir alles am Mittwoch bei unserer konstituierenden Klubklausur besprechen und dann sehen wir weiter.
Heute: Mit Pilz?
Kolba:Wenn er dabei ist, würde mich das sehr freuen. Dann ist unser ursprüngliches Konzept intakt und wir könnten mit Peter Pilz Transparenz und Kontrolle ausüben. Wenn Pilz aber nicht dabei ist, ändert sich am Konzept trotzdem nichts. Auch unsere weiteren Abgeordneten sind gewiefte Parlamentarier.
Heute: Warum sind die Beschuldigungen gerade jetzt aufgekommen? Wem nützt das?
Kolba: Den Nutzen kann man nachrechnen. Wenn die Liste Pilz jetzt nicht bei Landtagswahlen in Niederösterreich antritt, dann nützt das den Grünen. Wenn die ganze Angelegenheit eine Verschlusssache im Grünen Klub war, dann muss es von dort irgendwie weitergeleitet worden sein. Außer man verdächtigt die Gleichbehandlungsanwaltschaft, dass sie Beschwerden an die Medien gibt – was ich aber nicht glaube.
Heute: Wird es der Liste ohne Pilz nicht an Durchschlagskraft fehlen?
Kolba: Zweifellos ist es ein Verlust, wenn jemand 30 Jahre lang im Parlament war und viele Skandale dieser Republik aufgedeckt hat, nicht mehr dabei ist. Das nützt allen, die eine kleine, kontrollierende Oppositionspartei stört: Das wäre Schwarz-Blau, aber auch Rot und wie gesagt Grün. Doch ich will mich nicht mit Vermutungen abgeben. Eines steht für mich fest: Das ist eine geplante Kampagne.
(GP)