In einer Stadt in Nordmazedonien sorgt eine massive Verunreinigung des Trinkwassers für schwere Vergiftungserscheinungen bei mehreren tausend Menschen. Die Staatsanwaltschaft gab am Dienstag bekannt, dass Wasserproben eine Belastung mit Kolibakterien gezeigt haben, die fast das 50-Fache des erlaubten Grenzwerts überschritten.
Die Behörden haben am Freitag einigen der rund 32.000 Bewohner von Gostivar, etwa 50 Kilometer südwestlich von Skopje, untersagt, das Leitungswasser zu trinken. Das Verbot kam drei Tage nach den ersten Vergiftungsfällen. Bis jetzt mussten mehr als 3.100 Menschen medizinisch behandelt werden, vier davon wurden laut Gesundheitsministerium ins Spital eingeliefert.
Am Montag wurden die Direktorin und zwei Mitarbeiter des örtlichen Wasserversorgers festgenommen. Es besteht der Verdacht auf Trinkwasserverschmutzung. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die drei Personen eingeleitet. Ihnen wird vorgeworfen, "schwere Straftaten gegen die Umwelt und Natur durch Verschmutzung von Trinkwasser" begangen zu haben. Sie stehen im Verdacht, Pumpen in einen Abwasserkanal eingebaut zu haben, um Wasser ins Versorgungssystem zu leiten. Grund dafür war der hohe Wasserverbrauch wegen der Hitze.
Die Pumpen waren mehr als 20 Tage lang in Betrieb, bis sie am 16. Juli entdeckt wurden. In dieser Zeit sei "Wasser mit gesundheitsschädlichen Substanzen" in die Hauptwasserleitung gelangt.
Als Übergangslösung werden in der Stadt täglich etwa 50.000 Liter Wasser in Flaschen an die betroffenen Menschen verteilt. Die Temperaturen liegen derzeit bei über 35 Grad.