Wasser ist kostbar, besonders in trockenen Regionen der Welt. Der US-Chemiker Omar Yaghi hat nun eine Technologie entwickelt, die selbst aus der trockenen Wüstenluft Trinkwasser gewinnen kann.
Yaghi setzt dabei auf sogenannte Metal-Organic Frameworks, kurz MOFs. Diese porösen Materialien funktionieren wie ein extrem feiner Schwamm: Sie nehmen Wassermoleküle aus der Luft auf und geben sie bei Erwärmung wieder ab.
Wie chip.de unter Berufung auf t3n berichtet, wurde das System bereits im Death Valley getestet. Die Anlage gewann dort 210 Gramm Wasser pro Kilogramm MOF pro Tag - und das ganz ohne externen Stromanschluss. Sie nutzte nur Umgebungslicht und Sonnenwärme.
Für die Entwicklung dieser Materialklasse erhielt Yaghi 2025 gemeinsam mit Susumu Kitagawa und Richard Robson den Chemie-Nobelpreis. Das Nobelkomitee nannte die Wassergewinnung aus Wüstenluft ausdrücklich als mögliche Anwendung.
Yaghi wuchs in Jordanien ohne fließendes Wasser auf. Alle zwei Wochen drehte die Stadt die Wasserhähne für wenige Stunden auf, damit die Bewohner ihre Tanks füllen konnten. Als Kind war er für das Wasserholen zuständig.
MOFs sind metallorganische Gerüstverbindungen mit winzigen Hohlräumen. Schon ein Gramm eines solchen Materials hat eine innere Oberfläche von rund 7.000 Quadratmetern. Bestimmte Moleküle bleiben in den Poren hängen, andere nicht.
Klassische Luftentfeuchter kühlen die Luft herunter, bis Feuchtigkeit kondensiert. Das wird bei trockener Wüstenluft aber schnell ineffizient. MOFs hingegen binden den Wasserdampf direkt aus der Luft - auch bei weniger als 20 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Yaghis Startup Atoco arbeitet nun an On-Grid- und Off-Grid-Systemen für den Alltagseinsatz. Die Off-Grid-Variante soll komplett ohne Netzstrom auskommen und nur Umgebungsenergie nutzen. Für den breiten Einsatz müssen noch Fragen zu Kosten, Wartung und Haltbarkeit geklärt werden.