Die Lage wird immer ernster. In ganz Österreich sorgt die anhaltende Trockenheit zunehmend für Angst – die ersten Gemeinden warnen bereits vor möglichen Problemen bei der Wasserversorgung. Landwirte klagten am Mittwoch im Ö1-Morgenjournal, dass sie eine solche Trockenheit seit Jahrzehnten nicht erlebt hätten: "Dass wir Ende April, Anfang Mai kein Wasser haben, das hat es normalerweise nicht gegeben." Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger berichtet von Niederschlagsdefiziten von bis zu 60 Prozent – verheerend!
Massiv bedroht: Wintergemüse, Getreide, Obst. Doch nicht nur der Niederschlag fehlt, sondern auch das Grundwasser – rund 70 Prozent der Messstellen würden einen niedrigen oder sogar sehr niedrigen Wasserstand anzeigen. Hydrobiologe Thomas Hein erklärte ebenfalls im Ö1-"Morgenjournal", dass der Winter sehr niederschlagsarm ausgefallen sei, die niedrigen Grundwasserstände seien "alarmierend". Man müsse sich jetzt "langanhaltende Landregen-Ereignisse wünschen", damit sich die Situation wieder normalisiere.
Die ersten Gemeinden schlagen auch bereits Alarm. In Aschach an der Steyr hat sich Bürgermeister Ralf Rosenegger laut der "Krone" direkt an die Bevölkerung gewandt und appelliert eindringlich: "Bitte verzichten Sie auf Rasensprengen und unnötigen Wasserverbrauch!" Während nämlich die Grundwasserstände immer weiter sinken, ist der Wasserverbrauch im Ort zuletzt stark gestiegen – und zwar auf das Doppelte. Als Hauptgrund gelten laut Gemeinde vor allem Poolbefüllungen und intensive Gartenbewässerung.
„Bitte verzichten Sie auf Rasensprengen und unnötigen Wasserverbrauch!“Erste Bürgermeisterrufen zum Wassersparen auf
Ausgerechnet in einer Phase, in der Wasser knapper wird, wird also deutlich mehr verbraucht. Der Ortschef macht klar, dass es nicht nur um Komfort geht. Die Wasserversorgung habe eine zentrale Funktion, betont er, gerade auch im Ernstfall. Sie sei etwa für die Löschwasserversorgung der Feuerwehr unverzichtbar. Wenn die Reserven weiter schrumpfen, könnte das auch sicherheitsrelevant werden. Ein Blick auf die Wetterprognosen bringt wenig Entspannung – einzelne Regenschauer sind möglich, die Mengen dabei aber überschaubar.
Die Auswirkungen sind laut "Krone" längst spürbar. Feuerwehren mussten heuer bereits 316 Versorgungsfahrten durchführen, um Wasser bereitzustellen. Im gesamten Vorjahr waren es 917 Einsätze – eine Zahl, die heuer wohl übertroffen werden könnte, wenn die Trockenheit anhält, heißt es im Bericht. Heißt auch: In Sachen Befüllen von Pools und Bewässerung von Gärten könnte es österreichweit möglicherweise nicht ohne strenge Verbote abgehen, wenn Appelle zum Wassersparen nicht wirken.
"Wenn wir in eine Landschaft blicken, die ausgetrocknet ist, wenn uns wichtig ist, dass Nahrungsproduktion stattfindet, dann sollten wir bei der individuellen Nutzung maßvoll und verantwortungsvoll umgehen", so Hydrobiologe Thomas Hein von der Boku Wien im Ö1-"Morgenjournal". Das Befüllen von Pools und die Bewässerung von Gärten in der jetzigen Situation erhöhe nur den ohnehin schon bestehenden Druck.